Arbeitskampf wirkt!

MEINE SICHT: zum hart erstrittenen Tarif für die CFM-Beschäftigten

  • Von Claudia Krieg
  • Lesedauer: 2 Min.

Es war ein jahrelanger Arbeitskampf, der zuweilen mit vergifteten Tonlagen und extrem harten Bandagen geführt wurde. Es gab Klinikbeschäftigte, die mitten in der Pandemie einen hohen Preis dafür zahlen mussten, dass es jetzt endlich den seit Jahren geforderten Tariflohn für die Mitarbeiter*innen der Charité Facility Management (CFM) gibt - unter anderem ihre Kündigung. Obwohl sie im Grunde nur daran erinnerten, dass die rot-rot-grüne Landesregierung ihrer im Koalitionsvertrag verankerten Verantwortung für die ehemals ausgegliederte Charité-Tochter auch Taten folgen lassen muss. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) war mit seiner Funktion als Charitévorstand hierbei doppelt gemeint.

Besonders im vergangenen Jahr wurde der Ton mitunter unerträglich rau. Umso besser, dass nun endlich diejenigen eine tarifliche Anerkennung bekommen, die man auch seitens des Charitévorstands versucht hat, mit Sachzwangargumentation aus dem Blickfeld des öffentlichen Interesses zu drängen. Dabei halten die Reinigungskräfte, Köch*innen. Wäscher*innen, Logistiker*innen, Hausmeister*innen und Sicherheitskräfte den Klinikbetrieb ebenso am Laufen wie Chefärzt*innen und Krankenpfleger*innen, Therapeut*innen und Verwaltungsmitarbeiter*innen. Aber bei Menschen, die es aufgrund von verschiedenen Faktoren schwerer haben, sich zu organisieren, kann man leichter versuchen, sich vor der Tarifpflicht zu drücken. Denn bei vielen CFM-Beschäftigten handelt es sich um Teilzeitkräfte, die neben der prekär bezahlten Dienstleistung im Landesunternehmen noch andere Jobs ausüben müssen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Oft war auch Sprache eine Barriere für gemeinsame Organisierung.

Dass die CFM-Beschäftigten bald genauso viel verdienen sollen, wie ihre Kolleg*innen bei der Charité, ist ihrem unermüdlichen Tarifkampf zu verdanken.

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