Sprechverbot wegen Westsahara

Cyrus Salimi-Asl über Marokkos Boykott deutscher Institutionen

  • Von Cyrus Salimi-Asl
  • Lesedauer: 1 Min.
Ein Demonstrant hält einen Schal als Zeichen zur Unterstützung der Westsahara in die Höhe.
Ein Demonstrant hält einen Schal als Zeichen zur Unterstützung der Westsahara in die Höhe.

Beim Thema Westsahara kennt die marokkanische Regierung keinen Spaß: Die ehemalige spanische Kolonie ist ein Teil des eigenen Staatsgebiets. Punktum! Wer dieser völkerrechtswidrigen Annexion zu widersprechen wagt, kriegt Ärger. Und sei es, dass nicht mehr mit einem geredet wird. Genau so »bestraft« Marokko nun Deutschland - wie das kleine Kinder mit ihren Spielkameraden tun. Kurioserweise erfuhr die Bundesregierung davon offenbar nur aus marokkanischen Medien.

Der Vorfall hat System: Marokko arbeitet seit Jahrzehnten daran, vollendete Tatsachen mit der Westsahara zu schaffen. Wer dem Land in die Seite fährt, muss mit Sanktionen rechnen. Dabei findet die marokkanische Regierung auch Unterstützer der eigenen Position. So hatte der ehemalige US-Präsident Donald Trump im Dezember die Souveränität Marokkos über die Westsahara anerkannt und damit die Sahraui ausgebootet, die seit Jahrzehnten für ihre Unabhängigkeit kämpfen. Die Bundesregierung muss die territorialen Ansprüche Marokkos auf die Westsahara zurückweisen und sich konsequent für das Referendum über die Unabhängigkeit einsetzen. Marokko braucht Deutschland als Handelspartner und Geldgeber - deshalb dürfte die Wut in Rabat bald verfliegen.

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