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Kaufen Uiguren Autos?

Christof Meueler über die Sanktionen der EU gegen China

  • Von Christof Meueler
  • Lesedauer: 1 Min.
Xi Jinping, Präsident von China und Generalsekretär der Kommunistischen Partei, nimmt an einer Videokonferenz teil
Xi Jinping, Präsident von China und Generalsekretär der Kommunistischen Partei, nimmt an einer Videokonferenz teil

Die Sanktionen der EU gegen China sind die ersten seit dem Massaker auf dem Tiananmen-Platz 1989. Seitdem hat sich viel getan. China wurde zum größten Weltmarktkonkurrenten der USA. Durch eine neuartige Kombination aus Autoritarismus und Liberalismus. Niemand hätte gedacht, dass die Formel »Wandel durch Handel« sich so auswirken könnte, dass sich der Westen von kommunistischen Milliardären und ihren Konzernen bedroht fühlten könnte - rein ökonomisch betrachtet.

2020 war China der wichtigste Handelspartner der EU. Die Uiguren und andere muslimische Minderheiten werden seit Jahrzehnten unterdrückt. Das war bislang nur ein Problem für westliche Medien, nicht aber für die Regierungen, geschweige denn für die Konzerne. Deshalb sind die Sanktionen auch nur rein symbolisch, genauso wie die chinesische Antwort darauf. Sie richten sich gegen Einzelfiguren. Aber sie verschärfen das Handelsklima. Das wird dem Volkswagen-Konzern nicht gefallen. 2020 lieferte VW 3,85 Millionen Fahrzeuge in China aus. Es gibt auch ein VW-Werk in Urumqi, der Hauptstadt der Region Xinjiang, wo Uiguren leben. Wären sie eine wichtige Zielgruppe für die Wirtschaft, würde die Politik sie nicht so wichtig nehmen. Man kann aber nur Autos kaufen, wenn man nicht eingesperrt ist.

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