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+++ EMA: Keine Einschränkung von Astrazeneca-Impfstoff - Risiken gering +++

Der Newsblog zur Coronakrise - Mittwoch, 07. April 2021: +++ Justizministerin Lambrecht fordert mehr Freiheiten für Geimpfte +++ 2,7 Millionen Frauen und Männer in Kurzarbeit +++ Bartsch: Brauchen keine neuen Vokabeln +++

  • Lesedauer: 4 Min.
Meldungen zu Corona: +++ EMA: Keine Einschränkung von Astrazeneca-Impfstoff - Risiken gering +++

Amsterdam. Trotz sehr seltener Fälle von Hirnthrombosen empfiehlt die EU-Arzneimittelbehörde EMA uneingeschränkt die Anwendung des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca. Der Nutzen des Wirkstoffes sei höher zu bewerten als die Risiken, erklärte die EMA am Mittwoch in Amsterdam.

+++ Justizministerin Lambrecht fordert mehr Freiheiten für Geimpfte +++

Berlin. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) schließt sich Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an und plädiert dafür, gegen Corona Geimpfte mit Menschen gleichzustellen, die negativ auf das Virus getestet wurden. Das sei »ein logischer Schritt« angesichts der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse, wonach von Geimpften kaum mehr ein Infektionsrisiko ausgeht, sagte Lambrecht.

Die SPD-Politikerin Lambrecht führte in der »Bild«-Zeitung zur Begründung aus: »Wir leben in keinem Obrigkeitsstaat, der Grundrechte nach Belieben einschränken oder zurückgeben kann.« Wenn von Geimpften keine höhere Gefahr für andere ausgeht als von negativ getesteten Personen, entfalle eine wichtige Begründung für die Einschränkung ihrer Grundrechte. Das müsse dann selbstverständlich berücksichtigt werden.

Aktuell gehe es darum, die dritte Welle der Pandemie zu brechen. Tests würden bei den kommenden Öffnungsschritten eine wichtige Rolle spielen, sagte Lambrecht: »Dann sollte auch die Impfung berücksichtigt werden.« Die Justizministerin folgt damit einer Argumentation von Gesundheitsminister Spahn. Er hatte am Wochenende angekündigt, entsprechende Erkenntnisse des Robert Koch-Instituts zur Infektiosität Geimpfter in Gespräche mit den Bundesländern einzubringen, die entsprechend ihre Corona-Verordnungen anpassen müssten.

+++ 2,7 Millionen Frauen und Männer in Kurzarbeit +++

München. Acht Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland waren nach Erhebungen von Wirtschaftsforschern im März in Kurzarbeit tätig. Im Vergleich zum Februar sank die Zahl der Kurzarbeiterinnen und Kurzarbeiter in der Corona-Krise um rund 200.000 auf 2,7 Millionen Menschen, wie das Münchner ifo Institut am Mittwoch mitteilte.

»Der Rückgang fand in fast allen Wirtschaftszweigen statt, insbesondere in der Industrie«, sagte ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link, Die leichten Lockerungen der Schutzmaßnahmen hätten auch im Handel und im Gastgewerbe zu einem Rückgang der Kurzarbeit geführt. Allerdings sei der Anteil von Kurzarbeitern im Gastgewerbe mit 50,8 Prozent weiterhin sehr hoch.

Im Handel liegt der Anteil der Beschäftigten in Kurzarbeit bei 15,8 Prozent, nach 17,8 Prozent im Februar. Auch in der Industrie ist den Berechnungen zufolge ein deutlicher Rückgang der Kurzarbeit von 7,1 auf 6,3 Prozent festzustellen.

+++ Bartsch: Brauchen keine neuen Vokabeln +++

Köln. Der Chef der Linken-Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch, hat den Vorstoß von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kritisiert. Es brauche nicht permanent neue Vorschläge oder »neue Vokabeln«, sagte Bartsch am Mittwoch im »Morgenecho« im WDR5. Der CDU-Vorsitzende Laschet hatte einen »Brücken-Lockdown« gefordert - einen zwei- bis dreiwöchigen Lockdown im Kampf gegen die dritte Corona-Welle. Damit solle die Zeit überbrückt werden, bis viele Menschen geimpft seien.

Bartsch zufolge besteht aktuell ein »Wirrwarr« aus »undurchschaubaren Regeln, nicht nachvollziehbaren Entscheidungen und immer neuen Vorschlägen«. »Die Menschen können nicht mehr.« Er forderte für eine längerfristige Perspektive einen breiten gesellschaftlichen Dialog, an dem neben Politik, Ärzten und Virologen auch etwa Pädagogen oder Psychologen beteiligt werden sollten.

+++ Müller: Naturzerstörung führt zu Pandemien +++

Düsseldorf. Zum Welttag der Gesundheit hat Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) zu einem Umdenken aufgerufen. »Der Ausbruch der Pandemie ist auch Folge des weltweiten ausbeuterischen Umgangs mit der Natur«, schrieb Müller in einem Gastbeitrag für die Düsseldorfer »Rheinische Post«. Das Virus habe seinen Ursprung bei Wildtieren und habe sich auf einem Wildtiermarkt verbreitet. »Deswegen müssen wir den Wildtierhandel drastisch verringern und die gefährlichsten Wildtiermärkte jetzt schließen«, forderte der CSU-Politiker.

»Wo Regenwälder brennen und Wildtiere ausgerottet werden, verlieren Viren ihren ursprünglichen Wirt und springen leichter auf Menschen über,« warnte Müller. Jedes Jahr würden an solchen vom Tier auf den Menschen übertragbaren Krankheiten bereits 2,7 Millionen Menschen sterben.

Virologen schätzten, dass 40 weitere Erreger ein Pandemie-Potenzial wie Corona hätten. Covid-19 sei auch ein Weckruf zum Umdenken: »Nur wenn wir die Natur schützen, schützen wir auch unsere eigene Gesundheit«, unterstrich Müller. Agenturen/nd

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