Anwalt des Friedens und der Bürgerrechte

Früherer US-Justizminister Ramsey Clark mit 93 Jahren verstorben

  • Von Peter Steiniger
  • Lesedauer: 2 Min.

Er war eine Ausnahmeerscheinung in der Politik, ein streitbarer Aktivist und für seine Gegner ein Nestbeschmutzer: Am Freitag starb in New York der frühere US-Justizminister Ramsey Clark. Der 1927 in Dallas geborene Clark stieg nach einer Anwaltskarriere unter den Präsidenten John F. Kennedy und Lyndon B. Johnson im Justizministerium auf, an dessen Spitze er von 1967 bis 1969 stand. Clark wirkte als Verteidiger des Rechtsstaats, bekämpfte die Rassentrennung und stärkte Bürgerrechtlern den Rücken. Er bremste FBI-Chef J. Edgar Hoover und dessen Polizeistaatsmethoden. 1968 war Clark an der Erweiterung des Civil Rights Act beteiligt, welches Diskriminierung unterschiedlicher Art verbietet. Ebenfalls wurde während seiner Zeit im Justizministerium der am 1. Juli 1968 von den USA, der Sowjetunion und Großbritannien unterzeichnete Atomwaffensperrvertrag mit ausgearbeitet.

Nach dem Ausscheiden aus der Politik lehrte Clark in Washington und New York Recht und opponierte zunehmend gegen das Establishment, zu dem schon sein Vater Tom C. Clark als Justizminister und Oberster Bundesrichter gehört hatte. Mit seinem International Action Center wirkte Clark als radikaler Verteidiger des Völkerrechts, veranstaltete Tribunale gegen US-geführte Kriege und klagte die durch sie verursachten humanitären Katastrophen an. Insbesondere setzte er sich für das Verbot von Uran-Munition ein. Vor Gericht vertrat Clark unter anderem Iraks gestürzten Staatschef Saddam Hussein und den früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic. Auch der zum Tode verurteilte Journalist und frühere Black-Panther-Aktivist Mumia Abu-Jamal zählte zu seinen Mandanten. Mit Fidel Castro verband Ramsey Clark eine Freundschaft. Dieses Spektrum brachte Clark, der jedem Menschen eine angemessene Verteidigung zubilligte, nicht ungeteilt Sympathie ein.

Mit Trauer wurde die Nachricht vom Tod Clarks in Havanna aufgenommen. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel würdigte Ramsey Clark als einen »ehrenhaften Mann, der die großen Ungerechtigkeiten anprangerte, die sein Land weltweit begangen hat«.

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