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+++ Deutschland-Tourismus weiter im Corona-Tief +++

Der Newsblog zur Coronakrise - Dienstag, 13. April 2021: +++ Grippe-Saison de facto ausgefallen +++ RKI registriert 10.810 Neuinfektionen +++

Intensivmediziner der Station 43 bei der Arbeit in der Charité. Die ARD zeigt zeigen mit der Doku-Reihe «Charité intensiv: Station 43» die aktuelle Situation auf deutschen Intensivstationen.
Intensivmediziner der Station 43 bei der Arbeit in der Charité. Die ARD zeigt zeigen mit der Doku-Reihe «Charité intensiv: Station 43» die aktuelle Situation auf deutschen Intensivstationen.

Wiesbaden. Der Corona-Lockdown hat die Hotellerie in Deutschland weiter fest im Griff. Die Zahl der Übernachtungen brach im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund drei Viertel (76,0 Prozent) auf 7,2 Millionen ein, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Besonders dramatisch fiel der Rückgang bei den ausländischen Gästen aus. Hier verringerte sich die Zahl der Übernachtungen um 86,2 Prozent auf 0,8 Millionen. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland ging um 73,6 Prozent auf 6,4 Millionen zurück.

Touristische Übernachtungen sind derzeit verboten. Hotels, Pensionen oder Gasthöfe dürfen seit vergangenem Herbst nur noch Geschäftsreisende aufnehmen. Doch für viele Betriebe lohnt sich der Aufwand offenbar nicht: Von den rund 51 000 vom Statistischen Bundesamt erfassten Beherbergungsbetrieben hatten im Februar nur 29 300 geöffnet. Im Corona-Krisenjahr 2020 war die Zahl der Übernachtungen von Reisenden aus dem In- und Ausland gegenüber dem Vorjahr um 39,0 Prozent auf das Rekordtief von 302,3 Millionen gesunken.

+++ Bundesregierung will bundesweite Corona-Notbremse ziehen +++

Berlin. Das Bundeskabinett will möglichst noch am Dienstag bundesweit einheitliche Einschränkungen beschließen, um die immer stärkere dritte Corona-Welle in Deutschland zu brechen. Dazu soll voraussichtlich das Infektionsschutzgesetz geändert werden. In einem neuen Paragrafen 28b soll festgelegt werden, was zu tun ist, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Inzidenz über 100 liegt, also binnen einer Woche mehr als 100 Neuinfizierte auf 100 000 Einwohner kommen.

In den vorausgehenden Verhandlungen zwischen Bund und Ländern war für diesen Fall vorgesehen worden, dass der Aufenthalt außerhalb einer Wohnung von 21 bis 5 Uhr bis auf Ausnahmen untersagt wird. Mehrere Beteiligte gingen davon aus, dass es nach stundenlangen Verhandlungen bis Dienstagmorgen ein Einvernehmen geben würde, das eine Verabschiedung in der Ministerrunde später am Dienstag möglich macht. Möglichst in einem beschleunigten Verfahren sollten die Regeln dann vom Bundestag beschlossen werden und den Bundesrat passieren.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) unterstützt im Grundsatz bundeseinheitliche Maßnahmen. «Wenn nicht überall so hart durchgegriffen wird, kann ich absolut verstehen, dass der Bund dann auch sagt, dass wir ein solches Gesetz brauchen», sagte er RTL. Allerdings sah er Nachbesserungsbedarf am Entwurf. «Dort sind Regelungen drin, die wir nicht mittragen können. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) wandte sich besonders gegen nächtlichen Ausgangsbeschränkungen. »Richtig ist mit Sicherheit, die Kontakte so weit es geht, drinnen wie draußen zu reduzieren und auf das Nötigste zu beschränken«, sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz in der RBB-»Abendschau«. Aber: »Abends alleine oder zu zweit spazieren zu gehen, ist keine große Gefahr.«

+++ NRW-weit nur 88 Fälle in gesamter Grippe-Saison +++

Bochum. Maskenpflicht, Lockdown und Homeoffice: Die Grippewelle ist in Nordrhein-Westfalen durch die umfangreichen Schutzmaßnahmen und Kontaktbeschränkungen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie weitgehend ausgefallen. In der gesamten Grippe-Saison 2020/2021 sind dem Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen bisher nur 88 entsprechende Meldungen nach dem Infektionsschutzgesetz übermittelt worden, wie eine Sprecherin des Landesamtes der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres seien es im bevölkerungsreichsten Bundesland rund 26 000 Grippe-Fälle gewesen.

Das Landesamt verwies auf Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI), denen zufolge weltweit über eine ungewöhnlich niedrige Influenza-Aktivität berichtet werde, die deutlich unter denen der Vorjahre liege. Die Aktivität von akuten Atemwegserkrankungen habe in Deutschland seit Beginn des Lockdowns Ende 2020 bis Ende Februar 2021 auf einem historisch niedrigen Niveau gelegen. »Auch im März zeigte sich nur ein vorübergehender, leichter Anstieg«, erklärte die Sprecherin. Die registrierten akuten Atemwegserkrankungen würden laut Untersuchungen des RKI in dieser Saison bisher hauptsächlich durch Rhinoviren und Sars-CoV-2 bestimmt, Influenzaviren würden nur selten nachgewiesen. Im vergangenen Jahr stand die Grippeschutzimpfung angesichts der Corona-Pandemie stärker im Fokus als in den Vorjahren. Die Impfempfehlungen gegen Grippe betrafen relativ viele Menschen.

+++ RKI registriert 10 810 Neuinfektionen +++

Berlin. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 10 810 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 294 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Dienstagmorgen hervor. Vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 6885 Neuinfektionen und 90 neue Todesfälle verzeichnet. Zudem könnten die Zahlen der Vorwoche wegen der Schulferien noch nicht vergleichbar mit früheren Werten sein. RKI-Präsident Lothar Wieler rechnete ab Mitte dieser Woche wieder mit verlässlicheren Daten zur Pandemie. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 140,9. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.05 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 136,4 an, vor einer Woche lag sie bei 123.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,09 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 109 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert sei weiter gestiegen, schreibt das RKI. Die in den Tagen nach Ostern beobachtete Absenkung des Werts könnte an der vorübergehend geringeren Testzahl gelegen haben. Auch der R-Wert kann laut RKI erst in einigen Tagen wieder aussagekräftig bewertet werden. Agenturen/nd

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