Lockerungen in Aussicht

Regierender Bürgermeister will Außengastronomie und Freibäder in wenigen Wochen offen sehen

Schwimmen und Schnabulieren an der frischen Luft: Beides soll bald wieder in Berlin möglich sein.
Schwimmen und Schnabulieren an der frischen Luft: Beides soll bald wieder in Berlin möglich sein.

Nächste Woche soll es so weit sein: Mit Blick auf Lockerungen der aktuell geltenden Corona-Beschränkungen erklärte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag in der Senatspressekonferenz im Roten Rathaus: »Wir gehen zur kommenden Senatssitzung in Abstimmungsprozesse.«

Der Senat werde sich in der nächsten Woche damit auseinandersetzen, was bei weiter sinkenden Erkrankungszahlen wieder angeboten werden könne, sagte Müller. »Es kann sein, dass wir nächste Woche unter die Inzidenz von 100 kommen.« Bleibe es bei einer stabilen Lage über fünf Tage hinweg, gehe es vor allem um Angebote unter freiem Himmel, etwa in den Bereichen Kultur, Sport und Außengastronomie, fügte er hinzu. Müller berichtete, dass Sportsenator Andreas Geisel (SPD) in den kommenden zwei bis drei Wochen die Öffnung der Freibäder vorbereiten werde. Der Regierende erklärte, er selbst würde sich wünschen, dass allen Berliner Kindern unter zwölf Jahren in den Sommerferien die kostenlose Nutzung der Bäder ermöglicht werde. Das solle ein weiterer Baustein sein auf dem Weg zu Normalität und Entlastung. »Es soll auch ein kleines Dankeschön sein an die Familien, die Großartiges in den letzten Monaten bewältigt haben.«

Andere Öffnungen, zum Beispiel in der Außengastronomie, würden auch mit dem Nachbarland Brandenburg abgestimmt. Zugleich warnte der Regierende Bürgermeister aber vor Sorglosigkeit. »Jedem muss klar sein, wenn Dinge wieder ermöglicht werden, werden sie weiterhin einhergehen mit Regeln«, betonte Müller. Alle Bürgerinnen und Bürger müssten sich bewusst machen, dass diese Regeln noch für längere Zeit nötig seien, auch bei niedrigeren Inzidenzwerten.

Müller und auch der Staatssekretär der Gesundheitsverwaltung, Martin Matz (SPD) wiesen darauf hin, dass die niedrigen Zahlen nicht auf die steigende Impfquote zurückzuführen seien, sondern auf das »besonnene Verhalten« der Bevölkerung. Bei den Impfdosen verwalte man nämlich nach wie vor einen Mangel, so Müller – und er bedauerte, dass es noch nicht möglich sei, jeden Impfwunsch zu erfüllen. Die Impfzentren hätten für die kommenden Wochen 1 086 000 Termine verzeichnet, so Matz.

Der Aufruf der Priorisierungsgruppe 3 (unter anderem Menschen über 60 Jahre, Mitarbeiter*innen des Einzelhandels, Lehrer*innen der weiterführenden Schulen, Beschäftigte der kritischen Infrastruktur) hatte am Montag zu einem Ansturm auf die Buchungsmöglichkeiten per Onlineformular und über die Impf-Hotline geführt. Mehr als 55 000 Menschen haben innerhalb eines Tages Impftermine vereinbart und gebucht.

Der Gesundheitsstaatssekretär bat darum, soweit möglich, auf die Praxen der niedergelassenen Hausärzt*innen auszuweichen. Dafür reiche es, so wie bei einer Buchung in den Impfzentren auch, eine Arbeitgeberbescheinigung vorzulegen. Matz berichtete, dass ab dem 7. Juni auch Betriebsärzt*innen mit Impfstoff beliefert werden sollen. Er rechne damit, dass ab diesem Zeitpunkt die Priorisierung gänzlich aufgehoben werden könne. Bis dahin können bereits 5000 Beschäftigte der Berliner Verkehrsbetriebe und 5000 aus der Verwaltung im Zuge eines Modellprojekts das betriebsärztliche Impfangebot nutzen.
Der Regierende Bürgermeister stellte für die nächste Woche zudem Impfungen in einzelnen Stadtquartieren in Aussicht. Dafür stünden 10 000 Impfdosen bereit, die in Familien- und Stadtteilzentren verabreicht werden könnten. In den vergangenen Tagen hatten sich Forderungen gemehrt, verstärkt an sozialen Brennpunkten zu impfen. Die Modalitäten sollen nun schnell mit den Bezirken geklärt werden.

Dazu passende Podcast-Folgen:
  • ndPodcast
    Interview mit Aicha Jamal vom Bündnis revolutionärer 1. Mai / Außerdem: Keine Räumung der Potse? / Strom kommt in öffentliche Hand / Ab jetzt Wahlkampf
    • Länge: 00:18:06 Stunden

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung