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Blutige Zusammenstöße in Gaza

Hamas-Anhänger feuerten auf Arafat-Gedenkveranstaltung / Acht Tote

Bei Zusammenstößen auf einer Gedenkveranstaltung zum dritten Todestag von Palästinenserpräsident Yasser Arafat sind am Montag in Gaza acht Menschen getötet und rund 150 Personen verletzt worden.

Gaza (AFP/ND). Polizisten und bewaffnete Anhänger der radikalen Palästinenserbewegung Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert, eröffneten das Feuer auf die Teilnehmer der Arafat-Gedenkfeier. Die Ausschreitungen hätten am Ende der Veranstaltung begonnen, sagten Augenzeugen. Die Arafat-Anhänger hätten die aufmarschierten Hamas-Polizisten mit Rufen wie »Mörder, Schiiten« beleidigt. Daraufhin hätten diese in die Menge gefeuert. Unter den Verletzten seien mehrere Frauen und Kinder. Im Fernsehen wurden Bilder von Hamas-Anhängern gezeigt, die einen Demonstranten mit Knüppeln niederschlugen.

Die Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, die nach Kämpfen Mitte Juni von der Hamas aus dem Gazastreifen verdrängt wurde, gab bekannt, mehr als 500 000 Menschen hätten an dem Gedenken für Arafat teilgenommen, der den Palästinensern weiterhin als Symbol des Unabhängigkeitskampfes und der Einheit gilt. Das sei die größte Versammlung im Gazastreifen seit der Gründung der Autonomiebehörde 1994 gewesen.

Abbas hatte bereits vor der Veranstaltung eine Rede verlesen lassen, in der er die Hamas aufforderte, »ihre Verbrechen einzustellen«. Die Hamas habe mit ihrer Machtübernahme im Gazastreifen am 15. Juni einen »Putsch« verübt.

Das palästinensische Fernsehen sprach von einem »Marsch der Millionen« und bezeichnete die rege Beteiligung als Zeichen der Unterstützung für Palästinenserpräsident Abbas und der Ablehnung der Hamas.

Die Versammlung sei »eine Botschaft der Wut des palästinensischen Volkes und der Fatah-Sympathisanten angesichts der inneren Zerstrittenheit der Palästinenser und eine Ablehnung der Machenschaften der Hamas« gewesen, urteilte der Politologe Mucheimar Abu Saada von der El-Ashar-Universität in Gaza.

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