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Angst vorm Hauptgewinn

Was passiert, wenn Musharrafs Notbremse nicht hält, fragte sich die »Washington Post« und bezog die Angst vor allem auf die rund 50 Nuklearwaffen, die Pakistans Streitkräfte an (vermutlich) sechs Standorten lagern. Bereits jetzt gibt es zahlreiche Anzeichen dafür, dass die Armee zerfällt – oder, was noch schlimmer ist, zu den Islamisten überläuft. Die USA, so die Botschaft der »Post«, würden es nicht zulassen, dass islamistische Fanatiker ihren seit Langem ersehnten Hauptgewinn – also d i e Bombe – einsacken. Also haben US-Dienste und Spezialeinheiten seit einiger Zeit schon den Befehl, die Nuklearwaffen – im besten Fall mit der, im ungünstigsten Fall auch gegen die pakistanische Armeeführung – sicherzustellen.

Mal abgesehen von den Risiken einer solchen Operation – einmal mehr zeigt sich in diesem Fall der Wahnsinn von ungehinderter Nuklearrüstung. Die der Westen letztlich durch sein Vorbild und durch allzu regionalpolitisch-pragmatische Beihilfe ermöglicht hat. Der »Vater« der pakistanischen Bombe, Abdul Qadeer Khan, sammelte sein Wissen in Westeuropa, dort und in China erwarben Pakistans Größenwahnsinnige allerlei Ausrüstungen und Trägermittel. Deutschland, das angeblich alles tut, um Proliferation einzudämmen, ist noch immer nicht bereit, seine Militärhilfe einzustellen. Stattdessen lässt man sich lieber in Bushs Anti-Iran-Kampagne einspannen. Glaubwürdige Politik sieht anders aus.

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