Werbung

Ärzte fühlten Kollegen auf den Zahn

KV legte ihren Qualitätsbericht für 2006 vor: Die Kassenpatienten werden gut versorgt

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Wenn ein Gynäkologe eine Schwangere per Akupunktur behandelt, muss er eine Zusatzausbildung zum richtigen Umgang mit den Nadeln machen. Hat der Frauenarzt diese Zulassung von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) erhalten, darf er aber noch lange nicht einem Patienten mit Gelenkschmerzen Linderung per Pieks verschaffen. Dazu muss er eine weitere Ausbildung machen. So soll die Behandlungsqualität der Mediziner gesichert werden.

Jedes Jahr wird den niedergelassenen Kassenärzten von Kollegenkommissionen der KV auf den Zahn gefühlt, damit es den Patienten nach der Behandlung gut geht. Gestern stellte Vorstandsmitglied Burkhard Bratzke den Qualitätsbericht für 2006 vor. Die Langfassung ist im Internet nachlesbar, eine Kurzfassung gibt es gedruckt. Damit sollen Patienten die Möglichkeit haben, sich über die Qualitätsstandards der Ärzte zu informieren. Die Broschüre wird in den Wartezimmern ausgelegt und kann auch bei der KV bestellt werden.

Bei den Kontrollen werden die Räumlichkeiten und der Zustand der Geräte geprüft und natürlich die Qualität der Untersuchungen und Behandlungen. Ob ambulantes Operieren, Ultraschall und Röntgen, Behandlungen mit dem Herzkatheder, Verfahren der Psychotherapie, Schmerztherapie oder Behandlung von Drogenabhängigen – alles wird untersucht. 97 Prozent der rund 8500 Berliner Vertragsärzte verfügen nach KV-Angaben über mindestens eine Genehmigung für eine qualitätsgesicherte Leistung, wie Röntgenuntersuchungen. Außerdem müssen die Fachärzte eine Mindestanzahl von Behandlungen nachweisen, zum Beispiel 200 Darm- und Magenspiegelungen pro Jahr.

Bei 454 Ärzten wurden Stichproben beim Ultraschall durchgeführt. Dabei wurden in 51 Praxen Mängel festgestellt, wie eine schlechte Qualität der Bilder. Kritik gab es auch, wenn der Name des Patienten unleserlich oder das Gerät nicht auf dem neuesten Stand war. Die Betroffenen erhielten Auflagen zur Beseitigung der Missstände und wurden erneut kontrolliert. Diese zweite Prüfung bestanden vier Ärzte nicht.

Die meisten Beanstandungen gab es bei Behandlungen von Drogenabhängigen mit Ersatzdrogen. 14 von 46 Medizinern wurden hier kritisiert. Sie hatten Patienten zum Beispiel mehr als die erlaubte Tagesration Methadon mitgegeben.

KV Berlin, Masurenallee 6 A, 14057 Berlin; www.kvberlin.de
Wartezimmer Foto: dpa/Klaus Rose

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen