Schock über Tod in Abschiebehaft

Antirassistische Gruppen planen für Sonnabend Demonstration in Berlin

  • Von Martin Kröger
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Der Selbstmord eines 28-jährigen Tunesiers, der kurz vor Weihnachten als Häftling in den Abschiebeknast Berlin-Köpenick eingewiesen wurde, sorgt in Berlin für Entsetzen. Am morgigen Sonnabend planen antirassistische Gruppen eine Gedenkdemonstration zu dem abgelegenen Gefängnis im Berliner Südosten.

Drahtrollen am Knast in Köpenick, in dem Berlin Abschiebehäftlinge gefangen hält.

Der Schock sitzt tief. »Wir haben von dem Tod des 28-jährigen Tunesiers aus den Medien erfahren«, sagt Tina Böhm, Pressesprecherin des Antifaschistischen Bündnisses Süd-Ost. Da habe man sich spontan entschlossen, eine Demonstration zum umstrittenen Abschiebeknast zu organisieren. Denn der Tod des Tunesiers zeige, »wie verzweifelt sich die Situation für Migranten und Flüchtlinge im Abschiebegefängnis« darstelle, die keiner Straftat beschuldigt werden, sondern denen lediglich eine Aufenthaltsgenehmigung fehle.

Gemeinsam mit der Kampagne »Defence«, zu der sich verschiedene antirassistische Organisationen zusammengeschlossen haben, um die Abschaffung von Abschiebungen und die Wiederherstellung des Grundrechts auf Asyl zu fordern, wollen die Antifaschisten um 14 Uhr vom S-Bahnhof Köpenick zum Abschiebeknast in der Grünauer Straße demonstrieren. Motto des Aufzugs: »Gegen den staatlichen Rassismus! Weg mit dem Abschiebeknast Köpenick!«

Dass im ...

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