Mörderische Wissenschaft

Eine Ausstellung zeigt die Geschichte der Deutschen Forschungsgesellschaft in der NS-Zeit

  • Von Peter Nowak
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Unter dem Titel »Wissenschaft, Planung, Vertreibung – Der Generalplan Ost der Nationalsozialisten« setzt sich die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in einer Ausstellung an der Berliner Humboldt-Universität mit der engen Verbindung zwischen akademischer Forschung und nationalsozialistischer Eroberungs- und Vernichtungspolitik auseinander.

»Wir sahen Menschen, die etwas heraustrugen, von dem man nicht wusste, was es ist. Es konnten Menschen oder Lumpenbündel sein. Dann sahen wir, dass es Kinder waren. Die Kinder von Zamosc.« Diese Worte sprach eine polnische Frau, die Deportationen der deutschen Wehrmacht und der SS überlebt hatte, in dem Film »Die Kinder von Himmlerstadt«. Das ergreifende Dokument der mörderischen NS-Politik in Polen ist zur Zeit im Foyer der Berliner Humboldt-Universität als wichtigster Teil der Ausstellung »Wissenschaft, Planung, Vertreibung – der Generalplan Ost der Nationalsozialisten« zu sehen. Auf zahlreichen Schautafeln und in Vitrinen wird dokumentiert, wie selbstverständlich sich führende Wissenschaftler und die Deutsche Forschungsgemeinschaft in die NS-Politik einfügten.

Gezeigt wird auch, wie die führende deutsche Wissenschaftsorganisation schon seit Beginn der Weimarer Republik im Einklang mit der nationalkonservativen und völkischen R...

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