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Mehr Fahrräder, aber zu viel Lärm

Neue Studie zur Verkehrsentwicklung in der Hauptstadt vom Senat veröffentlicht

Berlins Verkehr wird umweltfreundlicher, ist jedoch zu laut. Das sind zwei Ergebnisse der neuen Broschüre »Mobilität der Stadt« von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Der Abteilungsleiter »Verkehr«, Friedemann Kunst, stellte die zweijährlich erscheinende Studie zur Verkehrsentwicklung gestern vor. Danach steigen die Zahlen der Nutzer von Bus, Bahn und Fahrrad seit einigen Jahren an, nachdem sie bis 1997 stark gesunken waren. Kunst sprach von einem »Erfolg der Verkehrspolitik, die klar auf eine Stärkung des Umweltverbundes setzt«. Die Idee des »Umweltverbundes« wurde 1986 erstmalig vorgestellt. Damit sollte den autolastigen städtischen Verkehrsplanungen der 60er Jahre ein gemeinsames Konzept von Bus, Bahn und Fahrrad entgegengesetzt werden.

Die mit dem Anstieg der Fahrradfahrer einhergehend höheren Unfallzahlen – 2007 starben 14 Fahrradfahrer auf Berlins Straßen – sieht Kunst mit Sorge. Es sei wichtig, dass weiterhin Fahrradstreifen ausgewiesen werden, sagte Kunst gegenüber ND. Jährlich seien es derzeit gut 10 Kilometer. »Damit soll das Hauptverkehrsnetz für Radfahrer sicherer und der Fahrradverkehr sichtbarer werden.« Aber auch Informationspolitik und aktive Verkehrsschulungen seien wichtig.

Junge Erwachsene, Senioren und Kinder sind die besonders gefährdeten Gruppen im Straßenverkehr. Die Unfälle mit Kindern seien aber nicht zuletzt aufgrund der langfristigen Präventionsarbeit an Schulen gesunken, so Kunst. Es sei jedoch schwieriger an Senioren heranzutreten. Ein zweiter wichtiger Aspekt der Studie ist der demografische Wandel: Berlins Bevölkerung wird älter. Eine Veränderung der Altersstruktur ziehe immer auch eine Veränderung der Mobilitätsstruktur nach sich.

Erfreut zeigte sich Kunst über den sinkenden Autoverkehr. Berlin habe mit im Vergleich zu Hamburg oder Frankfurt einen »konkurrenzlos niedrigen Motorisierungsgrad«. Es sei aber beachtlich, dass die Gebiete mit den wenigsten Privatautos, den meisten Lärm durch Straßenverkehr – der dritte Schwerpunkt der Studie – ertragen müssten. Ein funktionierender Lärmminderungsplan sei auch das erste Ziel kommender Verkehrsplanungen. Im Juni werde dazu ein Konzept vorgestellt. Tempo 30 nachts sei dabei ein wichtiger Gedanke.

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