»Bei Anruf Matt«

Juliane Mieke kriminalisiert Schach und Gefühle

Eine blonde Frau und zwei Männer – gefangen im Mikrokosmos der 64 Felder. Juliane Mieke, in Berlin aufgewachsen, hat einen eleganten und bösen Kurzkrimi in Schwarz-Weiß um verletzte Gefühle und das Spiel der Spiele produziert. Die 27-jährige Nachwuchsfilmerin studiert an der Hochschule für Film und Fernsehen »Konrad Wolf« in Potsdam-Babelsberg. Das Werk, dreizehn atmosphärisch dichte Minuten voller überraschender Wendungen, ist auf DVD erschienen. ND-Autor RENÉ GRALLA hat mit JULIANE MIEKE gesprochen.

Juliane Mieke

ND: Schach ist ein bedächtiges Spiel, bei dem vieles unsichtbar bleibt und bloß in den Köpfen der beiden unmittelbaren Akteure passiert. Wie lässt sich so ein sprödes Sujet in einen Kurzfilm umsetzen, der schnell und pointiert sein muss?
MIEKE: An unserer Schule gibt es jedes Jahr eine Genreübung, bei der Studenten zusammen ein Drehbuch entwickeln. Unsere Vorgabe war »Film noir«. Typisch für das Genre sind schwarz-weiße Bilder, außerdem wird gezielt Licht eingesetzt. Deswegen hat sich als geeignetes Stilmittel Schach angeboten.

Und das war schon alles?
Nein, außerdem gehört zu einem »Film noir« oft eine Femme fatale, die Männer benutzt und vielleicht sogar ins Unglück stürzt. Entsprechend begegnen wir »Bei Anruf Matt« einer Frau, die sich von ihrem Partner, einem Schachgroßmeister, vernachlässigt fühlt. Daraus entwickelt sich eine spannungsgeladene Konstellation: Zwei Männer, die am Brett gegeneinander an...


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