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Workshops unter Palmen

Berliner Medienverein eröffnet erste deutsche Insel im Teen Second Life

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Im weltweiten Netz bieten zahlreiche Bildungsträger Projekte an, so auch im Second Life (»Zweites Leben»), einer 3D-Plattform, auf der seit 2003 mehr als elf Millionen Nutzer virtuelle Welten gestalten. In der Teenagerversion Teen Second Life eröffnet heute erstmals ein deutsches Jugendbildungsprojekt eine Insel. Mit dem Medienpädagogen Michael Lange vom Verein Metaversa e. V., einem Berliner Verein für Medien, Bildung und Kultur, sprach Haidy Damm.
Workshops unter Palmen

ND: Heute eröffnen Sie offiziell eine Insel im Teen Second Life. Was kann man sich darunter vorstellen?

Michael Lange: Zunächst machen wir mit dieser Insel Jugendlichen das Angebot, sich selbst etwas aufzubauen. Jugendliche oder ihre Avatare (selbst erschaffene virtuelle Personen, Anmerk. der Red.) haben in einem Workshop gemeinsam überlegt, was diese Insel alles braucht. Das ist wie ein Workshop in der realen Welt, außer das wir dabei etwas entspannter unter Palmen sitzen. Alle stellen sich gegenseitig vor, dann geht es an die Planung und Umsetzung konkreter Ideen. Entstanden sind bei uns bisher ein Einkaufszentrum, ein Avatarstudio, eine Insel und eine Kartbahn. Die werden von den Jugendlichen selbst betreut. Darüber hinaus gibt es Partner, verschiedene Bildungseinrichtungen, die auf der Insel eigene Projekte durchführen.

Was aber ist die bildungspolitische Idee dahinter?

Jugendliche nutzen intensiv die Möglichkeiten des Internets. Mit unserem Angebot haben sie die Möglichkeit, selbst organisiert eine Community aufzubauen. Für dieses Zusammenleben müssen sie miteinander kommunizieren, Ideen aushandeln und diese gut begründen. Zudem legen sie die Regeln des Umgangs selbst fest. Daran arbeiten wir seit November mit verschiedenen Jugendlichen.

Einiges ist also schon vor dem offiziellen Start vorbereitet. Was planen Sie für die Zukunft?

Wir wollen über diese Plattform Jugendliche dafür begeistern, sich selbst mit wichtigen gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen. So könnten Workshops entstehen, bei denen Jugendliche ein Thema, z. B. zur Klimapolitik, recherchieren und gemeinsam eine Ausstellung dazu organisieren. Das macht eben mehr Spaß, als nur etwas darüber zu lesen. Auch internationaler Austausch mit anderen Gruppen ist möglich. Ein Lehrer aus den USA hat bereits angekündigt, mit seiner Klasse unsere Insel zu besuchen.

Können Sie sich vorstellen, auch in Berlin mit Schulen zusammenzuarbeiten?

Ja, sicher. Beispielsweise im künstlerischen Bereich, wie etwa bei der dreidimensionalen Gestaltung wäre das sicher spannend. Aber es gibt beispielsweise auch Orte im Second Life, an denen Jugendliche virtuell ins antike Rom eintauchen können. Lernstoff kann in der virtuellen Welt über Experimente, Rollenspiele und Simulationen erlebbar gemacht werden.

Weitere Infos: www.metaversa.de

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