Werbung

Narziss unter der Lupe

Eitle Menschen nicht für Führungsrolle geeignet

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Narzisstische Personen eignen sich in Gruppen eher Führungspositionen an. Besonders geeignet dafür sind sie allerdings nicht, wie eine US-Studie an Studenten und Wirtschaftsmanagern zeigt, die den Forschern zufolge auch Aspekte der derzeitigen Finanzmarktkrise erklären könnte.

Narzisstische Menschen sind außerordentlich selbstverliebt, egoistisch und machtbewusst. Sie neigen dazu, die eigenen Fähigkeiten besonders hoch einzuschätzen und sprunghafte sowie darüber hinaus riskante Entscheidungen zu treffen. Dies betonen die Psychologen der Universität von Ohio nach entsprechenden Untersuchungen. Sie teilten über 400 Studenten in Vierergruppen ein, die dann für eine fiktive Aufgabe einen Leiter unter sich auswählen sollten.

Jene Teilnehmer, die besonders machtbewusst waren, strebten nicht nur am stärksten nach dieser Position, sondern wurden auch eher von den anderen Mitgliedern der Gruppe als Führungspersönlichkeit angesehen. Eine ähnliche Studie an rund 150 Managern bestätigte, dass die narzisstischen Personen am ehesten die Führung der Gruppe übernahmen. Dass solche Menschen aber nicht unbedingt die besseren Entscheidungen treffen, zeigte indes die dritte Teilstudie: Darin sollten sich die Studenten vorstellen, als Schiffbrüchige auf einer unbewohnten Insel zu stranden. Aus einer Liste durften sie 15 Gegenstände wählen, die ihnen beim Überleben helfen sollten. Dabei trafen die narzisstischen Personen keine bessere Wahl als die anderen Teilnehmer, wie die Forscher um Amy Brunell in der Zeitschrift »Personality and Social Psychology Bulletin« berichten.

»Dass Narzissten Führungspositionen einnehmen, ist nicht verwunderlich«, sagt Brunell. »Sie sind machtbewusst, sie sind egoistisch, und sie sind normalerweise extrovertiert. Das Problem ist nur, dass sie nicht unbedingt bessere Anführer sind.« Die Psychologin glaubt, dass die Resultate der Studie sowohl für die Politik als auch für die Wirtschaftswelt gelten und auch einen Teil der derzeitigen Finanzmarktkrise erklären. Aber, so Brunell: »Hinter den Problemen von Regierung und Wirtschaft steckt mehr als nur die Charaktere der Führungspersönlichkeiten.«

Personality and Social Psychology Bulletin: psp.sagepub.com

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!