Umgeben von »Quartalsirren«

Der Streit um eine Bundestagskandidatur spaltet die SPD in Hamburg

  • Von Volker Stahl, Hamburg
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Der alte Kahn SPD befindet sich gewaltig in Schieflage – im Bund, in Hessen und jetzt auch in Hamburg. An Elbe und Alster schlagen sich die »Matrosen« zurzeit die Köpfe ein – kein Kapitän in Sicht, der die Meuterei an Bord stoppen kann.

Im Klartext: Nachdem Juso-Chef Danial Ilkhanipour dem Parteilinken Niels Annen mit fragwürdigen Methoden die Bundestagskandidatur weggeschnappt hat, liegen die Nerven in der Hamburger SPD-Zentrale blank. Ilkhanipour hatte seine Bewerbung um das begehrte Direktmandat im Bezirk Eimsbüttel erst nach Abschluss der Delegiertenwahlen bekannt gegeben und damit gegen ein ungeschriebenes Gesetz der Partei verstoßen.

Normalerweise klappern die Kandidaten zuvor die Ortsvereine ab und beantworten geduldig Fragen der Basis. Das hat der 27-Jährige, der dem konservativen Parteiflügel angehört, nicht getan. Sein Interesse am Amt kündigte er erst kurz vor Ultimo an.

Die Last-Minute-List

Am 15. November setzte sich der umtriebige Nachwuchspolitiker mit 45:44 Stimmen überraschend gegen den hoch favorisierten Außenpolitikexperten Niels Annen durch. Anschließend schlugen die Wellen hoch. Der unterlegene Annen war nicht bereit, seine Niederlage zu akzeptier...

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