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Kostendeckend und nichtkommerziell

Initiative Zukunft Bethanien will mit neuem Konzept Schwung in Verhandlungen bringen

Die Verhandlungen zwischen der Gesellschaft für Stadtentwicklung (GSE) und den Nutzern und Mietern des Südflügels des Bethaniengebäudes am Mariannenplatz in Kreuzberg drehen sich seit Monaten im Kreis. Das zumindest ist die Einschätzung von Karla Krüger und Jonas Beier. Die beiden Mitglieder der Initiative Zukunft Bethanien (IZB) haben am Freitag auf einer Pressekonferenz ein Konzept vorgestellt, mit dem sie neuen Schwung in die Verhandlungen bringen wollen.

Kernpunkte des präzise ausgearbeiteten Vorschlags ist die Gründung eines gemeinnützigen Vereins, in dem sich sämtliche Nutzer des Bethanien-Südflügels zusammenschließen. Außerdem sieht das Konzept eine weit gehende Selbstverwaltung der Projekte vor. Damit würde eine »kostendeckende und zugleich für die nichtkommerziellen, sozialen und kulturellen Projekte tragbare Miete garantiert, ohne auf öffentliche Fördergelder angewiesen zu sein«, betonte Krüger.

Dieser Punkt ist wichtig, weil der Dissens bei den bisherigen Verhandlungen vor allem bei der Höhe der künftigen Miete liegt. So fordert die GSE in den Verhandlungen mit dem Verein des Projekts »NewYorck im Bethanien« einen Mietzins von rund 9400 Euro monatlich, der Verein aber hat eine kostendeckende Miete von 6276 Euro kalkuliert. Bisher sind die Verhandlungen nur zwischen der GSE und dem »New York« gelaufen, die zwei Etagen innerhalb des Gebäudes nutzen.

Nach dem neuen Vorschlag soll mit allen in dem Gebäude arbeitenden Projekten gemeinsam verhandelt werden. Die Heilpraktikschule, die Kulturinitiative »Berlin lacht!«, das Theaterbündnis und das Interkulturelle Anwohnerforum unterstützen das Konzept. Die ebenfalls in dem Gebäude arbeitende Kindertagesstätte hat wohlwollendes Interesse signalisiert.

Beier betonte, dass durch die angestrebte Selbstverwaltung Verwaltungskosten minimiert würden. Außerdem wären weitere Kostensenkungen durch Beteiligung an den anfallenden Arbeiten möglich. Der Vorschlag befinde sich im Einklang mit einem Beschuss der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg (BVV) vom Februar 2008, der den Ausbau des Bethanien-Südflügels zu einem soziokulturellen Zentrum unter Trägerschaft der GSE vorsieht, sagte Krüger. Eine auf der Pressekonferenz anwesende GSE-Vertreterin erklärte, dass sie von dem Vorschlag zum ersten Mal höre und noch keine Stellungnahme abgeben könne. Grundsätzlich allerdings würde ein Selbstverwaltungsmodell nicht an der GSE scheitern. Allerdings brauche sie ein Verhandlungsmandat von der BVV, in deren Auftrag sie die Gespräche führe.

Das Bezirksparlament tagt das nächste Mal am 17. Dezember. Noch steht der neue Vorschlag dort nicht auf der Tagesordnung. Aber die IZB-Vertreter sind in Kontakt mit Bezirkspolitikern. »Die müssen jetzt nur noch zugreifen, denn unser Modell kann sofort umgesetzt werden«, meinte Karla Krüger. Bisher gab es von Seiten der Politik jedoch keine Reaktionen auf das Konzept.

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