Festival der »würdigen Wut«

Zapatistische Bewegung feierte 15. Jahrestag des Aufstands in Chiapas

  • Von Luz Kerkeling, San Cristóbal de las Casas
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die Tage um den Jahreswechsel standen in Chiapas und Mexiko-Stadt im Zeichen des »Ersten weltweiten Festivals der würdigen Wut«. Die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) hatte zu einer Reihe von Feierlichkeiten eingeladen, um mit mehreren Tausend Menschen aus über 20 Ländern eine Debatte über soziale Kämpfe in Mexiko und auf globalem Niveau sowie über künftige Strategien »für eine andere Welt« zu führen.

»Die vier Räder des Kapitalismus« – hieß eine gewichtige Veranstaltungsreihe beim »Ersten weltweiten Festvial der würdigen Wut« in Chiapas. Dort wurde sich den Themen Ausbeutung, Enteignung, Repression und Diskriminierung gewidmet. Dazu gab es offene Foren über Themen wie »Die Andere Stadt«, »Die Anderen Bewegungen«, »Die Andere Geschichte« oder »Die Andere Politik«.

John Holloway, ein im mexikanischen Puebla lebender britischer Soziologe, rief dazu auf, »hier und jetzt« mit einer anderen Politik zu beginnen. Das wichtigste Ziel alternativer Bewegungen sei, sich der alltäglichen Reproduktion des kapitalistischen Systems zu verweigern und schon jetzt »die andere Welt zu leben, die wir erschaffen wollen«. Holloway appellierte an die Geschlossenheit der außerparlamentarischen Linken: »Toleranz und Anti-Sektierertum müssen das zentrale Element jeder Politik der würdigen Wut sein.«

Zum Jahreswechsel feierte die EZLN in Oventic, einem ...


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