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Im täglichen Einsatz, seit mehr als 40 Jahren

Die Libreta gehört zum kubanischen Alltag wie die Bilder der Barbudos, der bärtigen Revolutionäre, an den Hauswänden Havannas. Das speckige kleine Rationierungsheft soll jedoch möglichst bald im Museum verschwinden

  • Von Bernd Bieberich
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.
Für Conchita Brando und ihren Mann hat sich der Gang zur Bodega diesmal gelohnt.

Conchita Brando steht in der Bodega, dem staatlichen Laden an der Straßenecke, und lässt sich einen halben Liter Speiseöl in eine Plastikflasche abfüllen. Lächelnd nimmt sie die halbvolle Flasche mit dem leuchtend gelben Sonnenblumenöl entgegen und reicht ein Heftchen über den Tresen, die Libreta. Darin ist alles aufgeführt, worauf sie und ihr Mann Anspruch haben: das Stück Brot, das sie bei der Bäckerei, eine Straße weiter, tagtäglich abholt, die sieben Pfund Reis, das gute Pfund Bohnen und die fünf Pfund Zucker, die jedem Kubaner und jeder Kubanerin pro Monat zu stark subventionierten Preisen zustehen.

Ein Produkt des USA-Embargos

Aus bauchigen Kunststofffässern schöpft der Bodegero, ein junger Mann im modischen »Dolce & Gabbana«-Shirt, die Nahrungsmittel und wiegt sie auf einer vorsintflutlichen Waage ab. Sogar Kichererbsen (290 Gramm) und Kaffee (115 Gramm) hat der junge Mann heute im Angebot, so dass sich der Gang für die 84-j...


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