Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Traum von der Siegerkutsche

Eisschnelllauf-EM: Claudia Pechstein holt Mehrkampf-Titel vor Daniela Anschütz-Thoms / Robert Lehmann überrascht

Als ihre Gala zu Ende war, klatschten sich die deutschen Rivalinnen freudig ab und feierten mit 12 000 Fans eine Riesenparty: Claudia Pechstein hat ihr Comeback in der Weltspitze am Sonntag mit ihrem dritten Titel bei Eisschnelllauf-Europameisteschaften gekrönt. Mit fast 37 Jahren avancierte sie damit zur ältesten Titelträgerin in der 39-jährigen EM-Geschichte. Das großartige Abschneiden der deutschen Eisfrauen komplettierte die Daniela Anschütz-Thoms, die in Heerenveen als Zweite den 13. EM-Doppelerfolg deutscher Kufenflitzerinnen perfekt machte.

»Ich habe alles gegeben, denn ich wollte unbedingt mal in die Siegerkutsche«, meinte die Titelträgerin schmunzelnd. Für Pechstein war es nach einer Durststrecke von drei Jahren ohne Titel die 54. Medaille bei Olympia, Welt- und Europameisterschaften. Die Berlinerin ist damit die erfolgreichste Läuferin der Eisschnelllauf-Historie und lässt in dieser Wertung sogar Gunda Niemann-Stirnemann (43) und Anni Friesinger (38) hinter sich. Und einen weiteren Rekord verbuchte die fünffache Olympiasiegerin: Mit 17 Mal nahm so oft wie keine andere an EM-Veranstaltungen teil und erkämpfte dabei ihr zehntes Edelmetall (3/5/2). Daniela Anschütz-Thoms wiederholte mit Silber ihr bislang bestes EM-Ergebnis: 2005 war sie schon einmal hinter Anni Friesinger, die in der kommenden Woche bei der Sprint-WM in Moskau startet, Zweite geworden.

Die Grundlagen zu ihrem phänomenalen Triumphzug hatten die beiden Deutschen bereits am Samstag gelegt. »Am meisten freue ich mich, dass ich nach den 500 Metern der Konkurrenz nicht hinterher hecheln musste«, sagte die Berlinerin, nachdem sie auf der ungeliebten Sprintdistanz erstmals auf Platz zwei (39,74) eingekommen war. Über 3000 Meter lagen die beiden Deutschen ganz vorn und verwiesen die ärgsten Rivalinnen aus den Niederlanden in direkten Duellen in die Schranken. Am Sonntag baute das Duo die glänzende Ausgangsposition noch aus: Daniela Anschütz-Thoms bestieg nach den 1500 Metern erstmals das höchste Siegerpodest auf einer Einzelstrecke und verwies Pechstein auf Platz zwei. »Da muss man so alt werden, um mal ganz oben zu stehen«, meinte sie danach strahlend. Über 5000 Meter brachten beide als Zweite und Dritte hinter der Tschechin Martina Sablikova den Doppelsieg routiniert nach Hause. Lucille Opitz (Berlin/11.) und Stephanie Beckert (Erfurt/12.) sicherten zwei weitere WM-Plätze. Lange Gesichter gab es bei den Niederländerinnen: Weltmeisterin Paulien van Deutekom verpasste Bronze, Titelverteidigerin Ireen Wüst wurde nur Sechste.

Im Sog der deutschen Frauen zeigte Robert Lehmann den besten Vierkampf seiner Karriere, landete auf Platz sechs und erreichte das beste Ergebnis der deutschen Herren seit 1997. »Es ist einfach Wahnsinn«, sagte der Erfurter, der an seinem 25. Geburtstag mit Platz drei über 500 Meter (36,34) sogar erstmals das Siegertreppchen bestiegen hatte. Tobias Schneider aus Berlin verbesserte sich noch auf Platz acht und sicherte den Deutschen das zweite WM-Ticket. Der Sieg ging mit unglaublicher Überlegenheit an den achtmaligen Weltmeister Sven Kramer. Der 22-jährige Niederländer gewann nach den 5000 und den 1500 m auch die 10 000 m und schaffte als dritter Athlet nach dem Norweger Hjalmar Andersen (1950-52) und seinem Landsmann Rintje Ritsma (1994-96/1998-2000) den EM-Hattrick. dpa

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
  • Lastschrift

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln