Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Schales Bier, weiche Pommes

Protesttreffen von 200 Eisbären-Fans, die vieles an der O2 World bemängeln

Die Berliner Eisbären werden von ihren Fans geliebt, gehuldigt und umarmt. Auf die Meisterspieler lassen sie nichts kommen. Und doch sind die Fans momentan sauer, wie auf einer Fan-Protestversammlung deutlich wurde. Sie fühlen sich über den Tisch gezogen. Ihr Unmut richtet sich nicht auf das Meisterteam, sondern auf das Umfeld in der neuen Spielstätte O2 World am Ostbahnhof.

»Uns wurde viel versprochen und wenig gehalten«, schimpfte Michael Leinhoß, Vorsitzender des Fanbeirates. »Von der versprochenen Fan-Gaststätte gibt es keine Spur. Überhaupt ist das Catering mies und obendrein teuer. Im Gang hinter unserer Fankurve wollen wir Bilder von unseren EHC-Spielern aufhängen. Das ist uns verboten worden. Die Gänge sind kahl wie in einem Geräteschuppen. Wir haben die Halle als unsere neue Heimat angenommen. Diese Stimmung machen hauptsächlich wir, die Fans, sonst niemand. Wir haben den Eindruck, dass wir zwar gebraucht werden, aber beim Hallenbetreiber nicht willkommen sind«, ärgert sich Leinhoß.

Im vergangenen Sommer, vor dem Umzug in die O2 World, schweißten die Fans ein Stück Stehplatzbarriere aus dem alten Wellblechpalast. »Uns wurde versprochen, dieses Eisenteil auf der Stehplatztribüne in der neuen Arena aufstellen zu dürfen. Jetzt rostet es unter irgendeinem S-Bahnbogen vor sich hin«, klagt einer der 200 versammelten Fans beim Protestmeeting.

Die Popularität der Eisbären hat mit der neuen Arena enorm zugenommen. Zu den bisher 19 Heimspielen kamen insgesamt 261 800 Zuschauer, im Schnitt 13 778 pro Spiel. Da füllt sich die Kasse. Auch bei den Fans soll der Rubel rollen. Bier und Bratwurst wird in der Arena ausschließlich durch den Berliner Nobelwirt Roland Mary vom Promirestaurant Borchardts verkauft. 3,60 Euro müssen die Fans für ein Kleines über die Theke schieben. Das stößt ihnen sauer auf. »Das Bier ist schal, die Pommes weich, die Wurst schmeckt nicht«, beklagen sie. Vorige Woche verteilten die Fans erstmals Protestzettel wegen des hohen Bierpreises.

Im »Welli« in Hohenschönhausen kostete das Bier 2,50 Euro. Dafür wird das Becks-Bier (der Hersteller kaufte für zehn Millionen Euro die Ausschankrechte) in der neuen Arena auch künftig nicht zu haben sein. Natürlich kommen die Fans nicht des Bieres wegen hierher, aber sie glauben, dass es halt dazugehöre wie früher im »Welli«.

Nun will die Anschutz Entertainment Group, das Unternehmen des US-Milliardärs Phil Anschutz, als Betreiber der Halle den EHC-Anhängern einen Schritt entgegenkommen. »Wir wollen Bons für 30 Euro verkaufen, mit denen die Fans zehn Bier erwerben können. Bei uns soll sich jeder wohlfühlen«, sagt deren Pressesprecher Moritz Hillebrand. Offen bleiben aber nach wie vor die anderen Versprechungen den Fans gegenüber.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln