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Dänemark – der bessere Ort für Elektroautos?

Internationales Konsortium will mit Dong Energie Elektroautos zum Durchbruch verhelfen

  • Von Andreas Knudsen, Kopenhagen
  • Lesedauer: 3 Min.

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Das Jahr des Klimagipfels in Kopenhagen ist auch das Jahr der großen Ini-tiativen. Und so kann eine Investition von 100 Millionen Euro bezeichnet werden, wenn das Ziel es ist, dem Elektroauto zum Durchbruch zu verhelfen und dabei Dänemark als Speerspitze zu benutzen.
Der Prototyp soll bald auf dänischen Straßen unterwegs sein.
Der Prototyp soll bald auf dänischen Straßen unterwegs sein.

Das in der Öffentlichkeit bisher weitgehend unbekannte Unternehmen Better Place (Besserer Ort) mit dem israelischen Millionär Shai Agassi als Frontfigur will bis 2014 zusammen mit dem staatlichen Energiekonzern Dong 100 000 Elektroaus auf die dänischen Straßen bringen. Renault-Nissan soll die Lancierung der Autos übernehmen, Dong die Infrastruktur schaffen, während Better Place für die Finanzierung sorgt.

Bei der Veröffentlichung der Pläne drückte Dong-Direktor Anders Eldrup seine Dankbarkeit darüber aus, »dass Dong als das erste Unternehmen in Europa gewählt wurde, Elektroautos im großen Maßstab zum Rollen zu bringen.« Für Dong bedeutet das, bis 2011 etwa 150 Batteriewechselstationen und 100 000 Ladeanschlüsse zu bauen. Diese Anzahl wird auch nötig sein, denn die jetzt zur Verfügung stehenden Batterien können nur 160 km fahren. Für die durchschnittliche Fahrlänge zur Arbeit oder zum Einkauf sind diese Kilometer absolut ausreichend, aber stellen eine psychologische Barriere dar, wenn es um längere Touren und die Freiheit geht, selbst über Fahrt und Weg zu bestimmen. Die Ladeanschlüsse sollen deshalb grundlegend überall zu finden sein als Familienanschluss, bei Supermärkten, Tankstellen und Arbeitsplätzen. Wer für das Kabelverlegen und die Installation bezahlen soll, haben Better Place und Dong bisher nicht spezifiziert. Um das Modell ökonomisch attraktiv zu machen, wird die Batterie nicht im Preis inbegriffen sein. Man leiht sie nur von Better Place und tauscht sie regelmäßig bei den Wechselstationen. Diese sollen unbemannt und nach dem Prinzip der Waschhalle funktionieren. Ein Wechsel dauert nach Angaben von Better Place unter drei Minuten. Auch das Aufladen der Batterie soll schneller gehen als Auftanken. Der größte Vorteil von Elektroautos liegt im weitaus geringeren CO2-Ausstoß von rund 30 Gramm pro Kilometer, während ein Sparauto etwa 120 Gramm pro Kilometer ausstößt.

Better Place und Dong haben noch keine Details ihres Geschäftsplans veröffentlicht. Nur so viel wurde gesagt, dass die Bezahlung per gefahrenem Kilometer erfolgt. Die Fahrtkilometer werden über GPS registriert. Der Kaufpreis für zunächst drei Modelle wird in jedem Fall unter dem eines Diesel- oder Benzinautos liegen, da sie zumindest bis 2012 von der dänischen Registrierungsgebühr von 180 Prozent des Autowertes befreit sind. Von Seiten der Regierung wurde versprochen, nach diesem Zeitpunkt mit Wohlwollen auf die Fortsetzung der Gebührenfreiheit zu schauen. FDM, das dänische Gegenstück zum ADAC, konterte sofort damit, einseitige Bevorzugungen einer Technologie bekämpfen zu wollen, nur weil ein staatliches Unternehmen beteiligt ist.

Hinter Better Place steht ein Konsortium, das aus verschiedenen Kapitalfonds besteht, die auf grüne Technologien setzen. Die Namen der Kapitalfonds will Better Place nicht veröffentlichen. Als Bankverbindung gibt man die US-amerikanische Goldman Sachs Bank an. Auf Nachfrage erwähnt das Konsortium, dass man gegenwärtig auch an der Lancierung in Deutschland und Frankreich arbeite und bereits Ladestationen in Israel installiert habe.

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