Die »wiegende Linie«

Gabriele Münter im Chemnitzer Museum Gunzenhauser

  • Von Martina Jammers
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Man muss von einer »glücklichen Fügung« sprechen, dass ausgerechnet jetzt zur Chemnitzer Ausstellung das seit 30 Jahren verschollene Gemälde »Landschaft in Sachsen« von Gabriele Münter (1877-1962) im Kunsthandel wieder aufgetaucht ist. Die Künstlerin schuf es während ihrer Sachsenreise im Jahre 1905. Gemeinsam mit Wassily Kandinsky radelte sie damals vom vogtländischen Reichenbach aus nach Lichtenstein, Chemnitz, Freiberg und Meißen und schwärmte: »Die Straßen sind zum Radeln und nicht hügelig. Die Gegend famos.« registriert wird das Paar in Chemnitz als »Kandinsky, Kfm., u. Frau, München, Roter Hirsch«.

Münters künstlerischer Ertrag dieser Zeit ist eher bescheiden: Neben dem erwähnten Landschaftsgemälde, das in energischem Spachtelduktus in Grün- und Lavendeltönen die blühende Maienlandschaft heraufbeschwört (nur bis Ende des Jahres noch in den Chemnitzer Kunstsammlungen zu sehen – danach zieht es beim neuen Sammler ein), entste...

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