Unfrei durch Kopftuchverbot

Organisation: Länder verletzen Menschenrechte muslimischer Frauen

  • Von Ines Wallrodt
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Human Rights Watch hat eine neue Debatte über Kopftuchverbote für Lehrerinnen angestoßen. Die Organisation fordert die Aufhebung der Gesetze, weil sie muslimische Frauen mit Kopftuch einseitig diskriminierten.

Seit es das Kopftuchverbot für Lehrkräfte in vielen Bundesländern gibt, ist das Thema für die Mehrheit der deutschen Bevölkerung erledigt. Für muslimische Studentinnen, Lehrerinnen oder Referendarinnen haben die Probleme damit erst richtig angefangen. Sie müssen sich zwischen ihrem Glauben und ihrem Beruf entscheiden. Einige geben ihre Arbeit auf, manche weichen in Privatschulen oder ins Ausland aus, andere fügen sich. Glücklich über die Befreiung von einem angeblich aufgezwungenen Kleidungsstück ist jedenfalls keine der 34 betroffenen Frauen, die die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch für ihren neuen Bericht befragt hat. So sagt etwa eine Dortmunder Sonderschullehrerin, die seit Inkrafttreten des Gesetzes vor drei Jahren ein breites Haarband trägt: »Auf das Kopftuch zu verzichten, ist sehr schwierig. Am ersten Tag habe ich mich auf der Schultoilette ›verkleidet‹. Als eine Kollegin mich gefragt hat, bin ich in Tr...


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