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Das letzte Wort ist »Nichts«

Uraufführung: Elfriede Jelineks neues Stück »Die Kontrakte des Kaufmanns« in Köln

  • Von Roberto Becker
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Es ist keineswegs despektierlich, Elfriede Jelinek eine Textproduzentin zu nennen. Sie lässt die Gegenwart – genauer gesagt: deren kommunizierenden Reflex in der Welt der Worte – gleichsam durch sich hindurchfließen. Sie ist dabei aber immer dem Unterbewussten der Sprache auf der Spur. Sie zeigt, wie sich in einer interessengeleiteten, also auf Verschleierung, Täuschung, Manipulation orientierten Wortproduktion Verknüpfungen einschleichen, die mehr enthüllen, als sie sollen, wenn man sie nur benennt. Die Sensibilität im Nachlauschen und die Fähigkeit, das Nachlauschen selbst in Texte zu gießen, machen den Reiz ihrer Texte aus. Sie bringen jenen Jelinek-Sound hervor, der seinerseits verführerisch ist und selbst eine Art von Sprach-Wirklichkeit schafft.

Mit Theater, das die psychologisch undurchschaubaren Konflikte von Figuren auf eine Konstellation des unmittelbar Nachvollziehbaren projiziert, hat das zunächst nicht viel zu ...


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