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Flöten als Bumerangs

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Blockflöten verfügen im Normalfall nicht über sehr gute Wurfeigenschaften. Anders in Sachsen: Hier ist es offenbar gelungen, ihnen die Flugbahn von Bumerangs zu verleihen. Das bekommt der Dresdner Druckereibesitzer und politische Chefaufklärer Karl Nolle zu spüren. Der SPD-Mann warf mit Blockflöten nach der CDU: In einem für Mai avisierten Buch will er die DDR-Vergangenheit vieler sächsischer CDU-Politiker enthüllen. Nur Tage vor der Buchpremiere indes scheint Nolle nun selbst ein Getroffener: Staatsanwälte prüfen ein Ermittlungsverfahren wegen eines vermuteten Subventionsbetrugs.

Nicht nur Schelme werden nun Arges denken angesichts der Tatsache, dass die für Nolle reichlich kompromittierende Nachricht so kurz vor der mit Spannung, bei der CDU gar mit Zittern erwarteten Buchveröffentlichung von der Staatsanwaltschaft an eine Zeitung durchsickerte. Solchen Zweiflern indes soll versichert werden, dass die Justiz und besonders die Staatsanwaltschaften auch in Sachsen sehr unabhängig sind, vor allem von der CDU. Es war ganz gewiss nur Zufall, dass Ermittler im Falle des »Sachsen-Sumpfs« die Vorhersagen von CDU-Ministern aufs Wort bestätigen und nur heiße Luft entdeckten; es war eine ebensolche Koinzidenz, dass ein Strafbefehl gegen den Wirtschaftsminister Thomas Jurk, Chef des ungeliebten Koalitionspartners SPD, ausgerechnet kurz vor einem Parteitag bekannt wurde. Ebenso Zufall wird wohl sein, dass Nolle just jetzt ins Visier gerät.

Nur wer nicht an derlei Zufälle glaubt, könnte meinen, Nolle haben den Bogen überspannt, als er nicht mehr nur mit Ikea-Tüten und Kontoverträgen nach einzelnen CDU-Regierungschefs warf, sondern mit Blockflöten nach der gesamten Partei. Dieser würde es zwar gut in den Kram passen, wenn jetzt alle nur noch auf den Bumerang statt auf die Flöten starrten – ganz gleich, ob der später wirklich trifft oder im Gebüsch landet. Aber das ist eben nur Zufall.

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