Kaderakte eines Zugvogels

Bernd-Dieter Hüge: Seine Poesie – ein versunkener Schatz

  • Von Gisela Kraft
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.
© Förderkreis der Schriftsteller in Sachens-Anhalt e.V

Am 9. Mai dieses Jahres wäre Bernd-Dieter Hüge, geboren 1944 in Königsberg, fünfundsechzig Jahre alt geworden. Die Feier fiel aus, denn der Poet verstarb im 56. Lebensjahr. Bleiben die Werke. Es sind eben vier: zwei Lyrik-, zwei Prosabände. Wenig für ein Pantheon der Unsterblichen. Zudem, bis auf Restexemplare in Antiquariaten, vergriffen, verramscht. Was das Gedächtnis seiner noch lebenden Leser hergibt, sind krude Lebensfetzen eines Globetrotters, der keiner war, obwohl weit herumgekommen. Und Gedichtanfänge wie WALDBRANDGLEICH / zerlodert über dem Tagebauflöz / Nebel des Abends ... Da baut sich in drei Zeilen der dreifache Hüge auf, der manische, der realistische, der romantische. Ein Dichter, dessen Realismus die Rätseldimensionen des menschlichen Inneren einschließt.

Seinen Geburtsort muss er schon als Säugling verlassen. In Schleswig Holstein verbringt er Kindheit und Schulzeit. In Bremerhaven lernt er malern und wird Matrose. An...


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