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Gröbenufer wird zu May-Ayim-Ufer

Ein Stück Kolonialismus verschwindet aus dem Stadtbild

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Seine Tage sind gezählt. Bald steht hier ein Schild, das den Namen May-Ayim-Ufer trägt.
Seine Tage sind gezählt. Bald steht hier ein Schild, das den Namen May-Ayim-Ufer trägt.

Auf ihrem Plenum am Mittwochabend beschloss die Friedrichshain-Kreuzberger BVV mit den Stimmen von Grünen, LINKE und SPD die Umbenennung des Gröbenufers. Künftig soll es May-Ayim-Ufer heißen.

Die Umbenennung geht auf einen Antrag der Grünen von 2007 zurück. Der größte Teil der Arbeit lag jedoch bei zivilgesellschaftlichen, afrodeutschen und deutschen Gruppen wie AfricAvenir, der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD), der Werksstatt der Kulturen (WdK) oder dem Berliner entwicklungspolitischen Ratschlag (BER). Die hatten zusammen ein Dossier über koloniale Straßennamen erarbeitet. Da in Berlin die Bezirke für Straßenumbenennungen zuständig sind, suchten sich die Initiativen Verbündete in der BVV und wurden bei den Grünen fündig. Nach dreijähriger Arbeit können sie den Erfolg feiern.

Das Gröbenufer nach May Ayim zu benennen, bedeute »eine Perspektivumkehr des Gedenkens«, betonte Joshua Kwesi Aikins. Philippa Ebéné, Leiterin der WdK, sagte, die Umbenennung könne nur ein Anfang sein. Noch immer hießen acht Straßen nach Kolonialverbrechern.

Otto Friedrich von der Gröben (1657-1728), nach dem die Straße seit 1895 benannt ist, gründete die Festung »Großfriedrichsburg« im heutigen Ghana. Von dort aus wurden über 30 000 afrikanische Menschen zur Sklavenarbeit in die Karibik und nach Europa verschifft. Jeder zehnte überlebte allein den Transport nicht.

May Ayim, die Tochter eines Ghanaers und einer Deutschen war eine international bekannte afrodeutsche Dichterin, Pädagogin und Kreuzbergerin. Sie wand sich fortwährend gegen den Rassismus in Deutschland und gilt als eine Pionierin der kritischen Weißseinsforschung in Deutschland. Sie nahm sich im Alter von nur 36 Jahren im Jahr 1996 nach einer Multiple Sklerose-Diagnose das Leben.

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