Ingrid Heinisch 08.07.2009 / Politik

»Das waren unsere Väter«

Der junge japanische Wissenschaftler Hiroshi Oda bemüht sich um einen kritischen Umgang seines Landes mit den Verbrechen der eigenen Armee im zweiten Weltkrieg – und meint, dass Japan da von Deutschland lernen kann

Hiroshi Oda im Stelenfeld des Berliner Holocaust-Mahnmals

Professor Hiroshi Oda wirkt jung. Viel jünger, als man sich einen Professor vorstellt. Eher glaubt man einen Studenten zu treffen, der durch Berlin radelt. Doch der 42-Jährige lehrt an der Universität von Hokkaido Kulturanthropologie. Er geht dort einem sehr ernsten Thema nach: der Rezeption des zweiten Weltkriegs in Japan heute, vor allem der japanischen Kriegsverbrechen. Wie gehen Japaner mit ihrer Geschichte um?

Kriegsverbrechen im zweiten Weltkrieg – bei diesem Thema denkt hier zunächst kaum jemand an Japan. Nagasaki und Hiroshima sind geläufige Stichworte, Japan als bisher einziges Opfer von Atombomben. Drei Millionen Opfer hatte das Land in diesem Krieg zu beklagen. Dass es gleichzeitig für den Tod von mehr als 20 Millionen Menschen im asiatischen Raum verantwortlich war, dass in Hiroshima auch 40 000 Koreaner ums Leben kamen, die dorthin als Zwangsarbeiter verschleppt waren, dass Vergewaltigungen und Zwangsprostitution unt...

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