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Hotelanschläge als Rache für Bali?

Bombenattentate in Jakarta auf Luxusherbergen / Neun Tote und zahlreiche Verletzte

  • Von Daniel Kestenholz, Bangkok
  • Lesedauer: 2 Min.

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Bei koordinierten Terroranschlägen gegen zwei Luxushotels in Jakarta sind am Freitag mindestens neun Menschen ums Leben gekommen, darunter vier Ausländer. Über 40 Menschen wurden verletzt, unter ihnen über ein Dutzend Ausländer.

Die Anschläge erschüttern Indonesien zu einer Zeit, da das Inselreich soeben friedliche Parlaments- und Präsidentschaftswahlen erlebt hat. Am Freitag war das Indonesien, das sich zur Vorzeigedemokratie der Region gemausert hat, wieder Synonym für Terror und Angst. Menschen rannten in Panik zu Szenen wie im Krieg um ihr Leben, während über der Hauptstadt dicke Rauchsäulen aufstiegen.

Australien erließ eine Reisewarnung. Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono verurteilte das »grausame und unmenschliche Attentat« und richtete einen Krisenstab ein. Er beschuldigte »Extremisten« und versprach, die Schuldigen zu finden – womit er an Indonesiens denkwürdige Detektivarbeit nach den Bali-Anschlägen von 2002 mit 202 Toten erinnerte, als durch Fahnder über die ausgefeilte Seriennummer eines Automotors nach und nach alle Beteiligten gefasst wurden.

Zunächst bekannte sich keine Organisation zu den Anschlägen, die nach dem indonesischen Terrorismusexperten Rohan Gunaratna klar die »Handschrift von Südostasiens militanter Gruppe Jemaah Islamiyah tragen«, dem tot geglaubten regionalen Ableger der Al Qaida. Ein mögliches Motiv sieht der Terrorexperte Rohan Gunaratna gleichfalls. »Die JI verübt oft zwei Anschläge gleichzeitig und nimmt Ziele mit Ausländern ins Visier. Indonesiens Sicherheitsdienste wurden komplett überrumpelt«, so Gunaratna. »Die Anschläge zeigen: Die JI ist zurück.« Und könnten, spekuliert der Experte, die lange versprochene Rache für die Hinrichtung der Bali-Bomber gewesen sein.

Als Hinweis auf radikalislamistische Täter gilt auch, dass diese eine Vorliebe für Anschläge gegen Luxushotels mit ausländischen Gästen entwickelt haben, wie die Serie von jüngeren Terrorattacken gegen Luxushotels in Indien, Pakistan und zuvor auch in Indonesien bezeugen.

Die Attentate trafen Indonesiens Metropole im Herzen seines Geschäfts-, Tourismus- und Botschaftsviertels. Die durch einen unterirdischen Gang verbundenen Fünf-Sterne-Hotels Ritz Carlton und JW Marriott waren die bevorzugten Adressen von Geschäftsleuten. Diplomaten nannten sie ein »Zuhause«. Die Sicherheitsvorkehrungen beider Hotels galten allgemein als hervorragend.

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