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Analytiker des Unwohlseins

Klaus-Dieter Block: Erfrischende Berichte aus Deutschland

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Da geht einer in Archive, vergleicht, schaufelt einen Berg Fakten herbei, vom Mittelalter und den ersten Zeitungen 1650 in Leipzig bis zu neuesten Zahlen zur Familienpolitik. Klaus-Dieter Block, von Hause aus eher ein nüchtern denkender und schreibender Wirtschaftswissenschaftler aus Sachsen-Anhalt, hat etwas von lutherischem Geist geerbt. Dem Volk aufs Maul schauen, jawohl, und den Machern in die Notebooks! Mutig, energisch, kompromisslos dorthin gehen, wo sich Unbehaglichkeit ausbreitet: in die Welt der Billigflieger und des wachsenden Luxus. In Moskau, man höre, gibt es inzwischen 30 Milliardäre und 80 000 Millionäre.

Was diese Lektüre so lesenswert macht, ist ihr Ansatz in Themen unseres heutigen Alltags. »Liebling, du schnarchst!« lautet der amüsante Vorwurf in einem Kapitel, in dem es dem Stress-Thema Lärm lautstark ans Eingemachte geht. Und, Hand aufs Herz, lieber Leser, wer hat sich nicht schon mal in den Tagen um den Rosenmontag gefragt, ob denn dieser ganze olle Karneval mit seinem Mummenschanz und schwachsinnigen Büttenreden überhaupt noch zeitgemäß ist? Im Kapitel »Die Alten kommen« wird anhand von bedrückenden Fakten und Zahlen die Frage aufgeworfen, ob Europa und Deutschland nicht demnächst vergreisen ... Hoffnung kommt wenigstens auf bei dem Gedanken, dass der Osten das »Versuchslabor« und das »Experimentierfeld« für ganz Deutschland werden könnte, getreu der Einsicht: »Die alte Bundesrepublik gibt es nicht mehr, und die neue ist noch nicht da.« Und auch hierin bleiben Aufklärung und unbequemes geistiges Nachhaken das wichtigste Anliegen des Autors.

Gleich 90 Geister – Politiker, Wissenschaftler, Künstler aus mehreren Jahrhunderten – werden in dem Band alss Zeugen aufgerufen. Da passt eigentlich der Titel nicht, der ganz andere Erwartungen weckt. In kleinformatiger Aufmachung ein großes Buch.

Klaus-Dieter Block: Warten auf den Westbesuch. Berichte aus Deutschland. Klatschmohn Verlag. 208 S., geb., 12,90 €.

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