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Handwerker wittern neue Gefahr

Argwohn gegen strenge Energiesparvorgaben

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Umweltschutz, verordnet von der EU, könnte das Aus für viele Handwerksbetriebe bedeuten. Das zumindest fürchtet der Zentralverband des Deutschen Handwerks.

Immer mehr Energie sparen: Könnte das für deutsche Handwerker zu einem existenzbedrohenden Problem werden? Folgendes Szenario zeichnet sich nämlich ab – glaubt man den Experten im Brüsseler Büro des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH): Nicht nur Glühlampen dürfen künftig laut EU-Bestimmungen nur noch eine bestimmte Menge Energie verbrauchen, sondern auch Produkte wie Fensterrahmen, sogenannte energieverbrauchsrelevante Gegenstände. Dichtet ein Fensterrahmen nicht gut ab, geht viel Energie verloren. Deshalb sollen auch Fensterrahmen und andere Dinge künftig Mindestanforderungen erfüllen.

Hier kommt die Angst des ZDH ins Spiel. Baut nämlich ein Handwerker einen Fensterrahmen nach individuellen Wünschen – aus verschiedenen Einzelteilen, womöglich noch unterschiedlicher Hersteller –, wie soll er dann nachweisen, dass dieser Rahmen den strengen Vorgaben der EU entspricht? Denn selbst wenn der Handwerker nur mit Einzelteilen arbeitet, die bereits als energiesparend zertifiziert worden sind: Wer kann sicherstellen, dass die Teile im Zusammenspiel immer noch einen energiesparenden Fensterrahmen ergeben? Der individuelle Rahmen dürfte nicht verkauft werden, weil der Handwerker die Energieeffizienz nicht nachweisen kann. Als Konsequenz würde der Kunde sich ein Fertigprodukt kaufen, das nicht vom kleinen Handwerksbetrieb am Ort produziert wird.

Soweit die Angst des ZDH. Doch noch ist nicht sicher, dass es tatsächlich so kommen wird. Deshalb sind die Handwerksvertreter noch vorsichtig. In der Presse will keiner vom Brüsseler ZDH-Büro seinen Namen lesen. Zunächst will man mit der EU-Kommission reden.

Die Befürchtungen des deutschen Handwerks richten sich auf die sogenannte Öko-Design-Richtlinie. In ihr werden für bestimmte Produkte Höchstgrenzen des Energieverbrauchs festgelegt. Derzeit werden diese für eine erste Reihe von Produkten beschlossen, die direkt Energie verbrauchen. Neu ist, Grenzwerte auch für Produkte festzuschreiben, die nur indirekt Einfluss auf den Energieverbrauch haben. Das EU-Parlament hat einen entsprechenden Gesetzestext im Frühjahr beschlossen. Jetzt ist es Aufgabe der EU-Kommission, solche Höchstgrenzen festzulegen. Aber auch zu sagen, welche Produkte genau von der neuen Maßnahme betroffen sein sollen.

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