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Einige werden genauer angeguckt

Des Diebstahls verdächtigter Kameruner zeigt Ladendetektive an

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(ND-Meyer). Eine fast alltägliche Polizeimeldung: Ein Mann soll am Montag versucht haben, im »Kaufhof« am Ostbahnhof eine Hose zu klauen. Während der Befragung durch den Kaufhausdetektiv und des Wartens auf die Polizei kommt es zu Handgreiflichkeiten. Am Ende werden der mutmaßliche Ladendieb mit einer blutigen Nase und ein Ladendetektiv mit Schmerzen an Knie und Kiefer und einem blauen Auge ambulant in einer Klinik behandelt. So schrieb es die Polizei am Dienstag nach Kenntnisstand.

Was den Fall brisant macht, ist, dass der mutmaßliche Ladendieb, ein 36-jähriger Kameruner, den Diebstahl gegenüber der Polizei mehrfach bestritten hat und nach seiner Vernehmung und Entlassung am gleichen Abend noch einmal die Wache aufsuchte. Dort erstattete er seinerseits Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung. »Er schloss in seinen Angaben ein fremdenfeindliches Motiv für den mutmaßlichen Übergriff der Detektive nicht aus«, heißt es in der Polizeimitteilung. Nun ermittelt der Staatsschutz. Aber auch die Ansicht der Überwachungsvideos ergab nichts. »Es steht Aussage gegen Aussage«, sagt ein Polizeisprecher gegenüber ND. Der Fall gehe jetzt zur Staatsanwaltschaft.

»Es ist eine Frage der Betrachtung des Opfers«, sagt Sebastian Friedrich von Reach Out, einer Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Berlin. Und wenn das sage, es könnte sich um einen rassistischen Hintergrund gehandelt haben, werde das bei Reach Out auch so geprüft. »Die Menschen hier haben Bilder im Kopf«, sagte Friedrich. Oft sind das ganz einfach Vorurteile. Dabei müsse es noch nicht einmal um offenen Rassismus einzelner gehen. Das Problem sieht er als ein gesamtgesellschaftliches an.

Man sieht immer wieder, dass Menschen nichtdeutscher Herkunft beispielsweise im Zug genauer angeguckt oder schneller kontrolliert werden. Vorurteile könnten auch im Kaufhaus am Montag zu dem geführt haben, was es jetzt ist: Traurig, aber eben leider fast alltäglich.

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