Apokalypse in Operettenversion

Andreas Oplatka und György Dalos über den Fall des Eisernen Vorhangs 1989

  • Von Uwe Stolzmann
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Ungeheuerliches geschah vor 20 Jahren im kommunistischen Ungarn. Mitte Januar wurde die Opposition zugelassen, Anfang Mai begann der Abbau der Sperranlagen Richtung Westen, im September öffnete sich die Grenze für Flüchtlinge aus der DDR. Ungeheuerlich? Ungarn 1989, das war ein Land im Umbruch, die »lustigste Baracke im Lager«. Die Bürger besaßen einen »Weltpass«, konnten reisen, da war der Abriss der Sperren und Zäune nur zeitgemäß. Mit den weitreichenden Folgen, einer Flut fliehender DDR-Bürger, hatte indes niemand gerechnet.

Zwei Autoren schildern das Geschehen von 1989 nun im Detail, zwei Historiker, beide in Budapest geboren. Andreas Oplatka, Jahrgang '42, lebt seit 1956 in der Schweiz. Für seine Monographie sprach er mit siebzig Akteuren von damals, auch mit Gorbatschow, Genscher und Schabowski. (Nur einer verweigerte sich: Helmut Kohl.) Der Schriftsteller György Dalos, geboren 1943, wohnhaft in Berlin, beschreibt den Untergang d...


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