Werbung

Union feiert Traumstart

Berliner Aufsteiger gewinnt Spitzenspiel gegen Düsseldorf

»Eigentlich müsste ich beantragen, künftig Düsseldorfs Spiele gegen Union einzusparen. Das Ergebnis steht doch immer schon vorher fest.« Fortuna-Trainer Norbert Meier nahm den vierten 1:0-Erfolg der Köpenicker in Folge gegen sein Team sarkastisch. Unions Coach Uwe Neuhaus hingegen freute sich über den verdienten Sieg seiner Elf im Duell der beiden Tabellenführer nach dem ersten Spieltag. »Mein Dank geht an das Publikum«, sagte er. »Das war heute ein wahrer Hexenkessel. So wünschen wir uns das immer.«

Auch wenn der Rekord von 15 000 Zuschauern an der Alten Försterei knapp verfehlt wurde – solch eine Stimmung hatten die Köpenicker lange nicht erlebt. »Gefühlte 20 000«, wie Neuhaus meinte, sangen vergleichbar mit Spielen in der englischen Premier League ohne Unterbrechung, wenn man mal von der Halbzeitpause absieht. Und auch für die nicht auf dem Platz stehenden Unioner herrschten englische Verhältnisse: Um den vielen Fernsehkameras den teuren Blick auf die Werbebande nicht zu verstellen, mussten Einwechselspieler sowie Sportdirektor Christian Beeck in der ersten Tribünenreihe Platz nehmen. Kein Problem, meinte Beeck: »In den Stadien auf der Insel ist die Auswechselbank oft im Zuschauerbereich.«

Angetrieben von der Atmosphäre entwickelte sich ein rasantes Spiel. Die »Eisernen« schlugen ein scharfes Tempo an und bedrängten das Tor von Michael Ratajczak. In der ersten halben Stunde schien es, als wollten die Gastgeber den Ball mit Gewalt ins gegnerische Tor treiben. Einige Male strich er knapp am Tor vorbei oder Ratajczak war auf dem Posten, wie bei einem Kopfball von Karim Benyamina, den der Düsseldorfer Torhüter gerade noch fassen konnte.

Doch im Laufe des Spiels wurden die Düsseldorfer sicherer und schickten ihrerseits die schnellen Andreas Lambertz und Dmitry Bulykin zu Kontern Richtung Jan Glinker im Union-Tor. Uwe Neuhaus reagierte und brachte in der 66. Minute mit Kenan Sahin einen dritten Stürmer. Der Ex-Düsseldorfer brannte darauf, seine ehemaligen Kollegen zu ärgern und schaffte das auch. Zehn Minuten nach seiner Einwechslung senkte sich ein abgefälschter Schuss Sahins unhaltbar über Ratajczak ins Düsseldorfer Tor. »Es ist ein Traum – das entscheidende Tor gegen meinen Ex-Verein zu schießen«, sagte der glückliche Torschütze.

»So etwas nennt man wohl Traumstart«, meinte Neuhaus, dessen Team ohne Verlustpunkte und ohne Gegentor weiterhin ganz oben an der Spitze mitspielt. Dennoch bemühen sich die Berliner um Bodenhaftung. »Für uns kann es nur darum gehen, ganz schnell die 40 Punkte voll zu machen«, sagte der Siegtorschütze.

Union Berlin: Glinker - Bemben, Göhlert, Stuff, Kohlmann - Younga-Mouhani - Mattuschka, Dogan, Gebhardt (66. Sahin) - Mosquera (90. Brunnemann), Benyamina (90. Rauw).

Düsseldorf: Ratajczak - Weber, Anderson, Cakir, van den Bergh - Sieger (80. Zoundi) - Fink, Christ (55. Caillas), Lambertz - Bulykin (82. Lawaree), Jovanovic.

Tor: 1:0 Sahin (76.). SR: Willenborg (Osnabrück). Zu.: 13 000.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln