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Enttäuschungen

Gerhard Keiderling über Friedensburg

  • Von Kurt Wernicke
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Ferdinand Friedensburg

Den Repetenten eherner Geschichtslegenden wird diese Biografie nicht gefallen: die erste umfassende Lebensbeschreibung von Ferdinand Friedensburg (1886 bis 1972), die sich natürlich ausführlich mit jenen Jahren befasst, in denen dieser im Mittelpunkt der politischen Ereignisse in Berlin stand.

Friedensburg, Sohn eines preußischen Gerichtspräsidenten, hatte Bergbauwissenschaften studiert und ist 1913 als Bergassessor in eine Bergbeamtenlaufbahn eingetreten, die vom Ersten Weltkrieg jäh unterbrochen wurde. Im Grundsatz konservativ, war er durch das Debakel der preußischen Elite im November 1918 motiviert worden, sich auf den Boden der Republik zu stellen und als DDP-Mitglied seinen Teil an republikanischer Pflichterfüllung in der gehobenen Verwaltung zu leisten. Sein Weg führte ihn über einen Landratsposten und den des Berliner Vizepolizeipräsidenten bis zum Sessel des Regierungspräsidenten in Kassel. Nach dem Machtantritt der Nazis war ...


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