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Wahlen in schwarzen Löchern

Mit Manipulationen ist sicher zu rechnen – nur wird sie kaum jemand sehen

  • Von Thomas Ruttig, Gardez/Kabul
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.
Karikatur: Stephff

Wenn es nach den Taliban ginge, sollte Nazar Muhammads (Name geändert) kleiner Laden eigentlich geschlossen sein. Seit Tagen hatten ihre Propagandatrupps systematisch Moscheen in der Umgebung von Scharana, der Hauptstadt der südostafghanischen Provinz Paktika, besucht und zum Boykott der Wahlen aufgerufen. Dazu gehörte auch die nachdrückliche Aufforderung zum Basarstreik. »Wenn es nur die Taliban wären«, sagt Nazar Muhammad. »Die Regierung droht uns auch. Uns wurde gesagt, man werde unsere Geschäfte versiegeln, wenn wir sie nicht offenhalten.« Wie er sitzen viele Afghanen dieser Tage zwischen den Stühlen – hier die ungeliebte, ineffektive Regierung, da eine gefürchtete Aufstandsbewegung. Beide verlangen Loyalität und sind dabei nicht zimperlich.

In Scharana haben die Taliban die Oberhand. Nur ein paar Leute wie Nazar Muhammad widersetzen sich ihnen, auch wenn weit und breit kein Kunde zu sehen ist. »Wenn die Afghanen nicht einmal...


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