Mauerarbeit

Sigrun Casper zwischen Ost und West

  • Von Irmtraud Gutschke
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Chagall war schuld, dass sie in den Westen ging. Genauer gesagt, die Frage einer amerikanischen Studentin, ob sie, Verkäuferin in der Deutschen Bücherstube Friedrichstraße 113, Chagall im Angebot hätte. Ihre Antwort, das dürften sie nicht haben, machte die Besucherin neugierig. Sie wurde zum Kaffee eingeladen und lernte den Amerikaner Pete kennen. Der besuchte sie hin und wieder, und als die Mauer gebaut wurde, versprach er, sie rüberzuholen. Es gelang mit Schweizer Pass.

Wie das genau war, was voraus ging und was folgte, davon erzählt Sigrun Casper. Eindringlich, aufrichtig, sich selbst befragend. Sie hat sich auf einen Punkt hochgearbeitet, wo man viel überblicken kann. Sie ist ja nun schon über vier Jahrzehnte dort, wo wir nun alle hingelangt sind. Und fühlt sich nicht überlegen deswegen. Den Ost-West-Vergleich hat sie schon lange geübt, Illusionen über ein Wunderland vielleicht nie gehabt.

Was Jutta Voigt in »Westbesuch« beschreibt...


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