Ungeliebte Tatsachen trüben das Jubiläum

Osttimor weist Amnesty-Bericht zurück

  • Von Thomas Berger
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Vor zehn Jahren stimmten die Einwohner von Timor-Leste (Osttimor) in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit für einen eigenen Staat, der gut zweieinhalb Jahre später Realität wurde. Das Jubiläum wird durch einen erneut aufgeflammten Streit um die Vergangenheit überschattet.

Ein neuer Menschenrechtsreport und seine scharfe Zurückweisung durch die Spitzenpolitiker des jüngsten südostasiatischen Staates haben den Bewohnern Timors die Feierstimmung reichlich verhagelt. Denn Amnesty International (ai) als Verfasser des umstrittenen Papiers, das ausdrücklich als Aufforderung an den UN-Sicherheitsrat gedacht ist, legt den Finger in eine noch immer brennende Wunde. Auch ein Jahrzehnt nach dem Wüten proindonesischer Milizen, das die Bevölkerung vor dem Referendum einschüchtern sollte, ist dieses dunkle Kapitel nicht aufgearbeitet. Dabei waren vor der Abstimmung mindestens 1200 Menschen auf teils brutalste Weise ermordet worden. Die Vertreter von ai werfen den Regierungen Osttimors wie auch der früheren Besatzungsmacht Indonesien vor, die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen zu haben.

In für ihn ungewöhnlicher Schärfe hat St...

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