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In Bankerkreisen ist der Konformitätsdruck besonders groß. Das gilt für die Kleiderordnung, aber auch für die Geschäftsparameter. Der Commerzbank haftet der Makel an, dass man – vom nicht konkurrenzfähigen Schrotthaufen HRE abgesehen – als einzige deutsche Privatbank am ungeliebten Regierungstropf hängt. Und die jüngsten Äußerungen ihres Chefs Martin Blessing, die Banker hätten aus der Finanzkrise nichts gelernt und es brauche stärkere staatliche Regulierung, sorgten für weiteres Naserümpfen in der Frankfurter City. Nun sagte Blessing das Gegenteil – und kündigte zudem an, sich noch weiter vom Staat zu lösen.

Allerdings schlummern gerade bei der Commerzbank Risiken – vom Immobiliengeschäft über die Aktivitäten im krisenanfälligen Osteuropa bis zur frisch adoptierten Tochter Dresdner Bank, die jahrelang nur als Milliardengrab von sich reden machte. Und wenn die Firmenpleitelawine weiter rollt, drohen besonders hohe Kreditausfälle, da man viele, auch große Mittelständler – etwa die Schaefflers – zu den Kunden zählt.

Daher bleibt Deutschlands Bankenriese Nummer 2 auf absehbare Zeit an den Staat gekettet. Man kann zwar Garantien zurückgeben – nicht aber die Milliarden an Eigenkapital, die in den kommenden beiden Jahren als Risikopuffer noch dringend gebraucht werden. Den »Gelben« geht es darum, als Normalo wahrgenommen werden. Die (Frankfurter) Börse goutierte es – mit kräftigem Kursanstieg.

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