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Gianna im »Wohnzimmer« des Eisbärstars

Knut erhält eine weibliche Gefährtin, die gestern zunächst allein ihr neues Umfeld erkundete

  • Von Hans-Rüdiger Bein, dpa
  • Lesedauer: 3 Min.

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Eisbärstar Knut ist im Zoologischen Garten nicht mehr »allein Zuhause«. Seine künftige Partnerin Gianna eroberte zwei Wochen nach dem anstrengenden Umzug aus München in der Hauptstadt am Mittwoch erstmals das »Wohnzimmer« des Publikumslieblings. Hunderte Tierfreunde feierten und beklatschten die geglückte Premiere am Bärenfelsen, obwohl Hausherr Knut von den Tierpflegern vorsorglich noch in den Stallungen von Gianna ferngehalten wurde. »Hier ist jeden Tag soviel los« und »Willkommen, Gianna, in Berlin« riefen die Knut-Fans der Neu-Berlinerin zu. Auch am Donnerstag soll Gianna nach den Worten von Zoo-Chef Bernhard Blaszkiewitz die Freianlage und den Wassergraben noch allein erkunden. Dann darf Knut wieder zurück in sein Revier, allerdings ebenfalls allein.

Gemeinsam soll das Publikum die beiden Tiere dann aber schon nächste Woche erleben, kündigte Blaszkiewitz an. Gianna lief derweil ziemlich aufgeregt und nervös hin und her. »Das ist ganz normal«, beruhigte der Zoo-Direktor die Leute und Medienvertreter. »Die Eisbärin ist eben noch nicht so abgebrüht wie ich«, sagte Blaszkiewitz. Soviel Blitzlicht, Kindergekreische und Rufe vom Publikum ist die knapp dreijährige Bärin aus dem Tierpark Hellabrunn nicht gewohnt.

»Aber sie hat sich gut eingelebt«, versicherte Tierpfleger Ronny Henkel (49), der im Bärengehege die Nachfolge des vor einem Jahr plötzlich gestorbenen Knut-Ziehvaters Thomas Dörflein (44) übernommen hat. Nur mit dem Fressen tue sich Gianna noch etwas schwer. »Sie frisst nur nachts, wenn es niemand sieht«, berichtete er. Vor den Fans verschmähte die Bärin am Mittwoch eine saftige Rinderkeule, einen schönen Fisch, Äpfel und Brötchen. »Aber das schadet ihr nicht, wenn sie ein bisschen abnimmt, sie hat ja einen ziemlich dicken Hintern«, sagte Henkel etwas uncharmant, aber fachlich korrekt. Gianna wiegt 200 Kilo, etwa gleich viel wie der fast gleichaltrige Knut.

Hinter den Kulissen sind die ersten Schritte zur »Verlobung« der Zoo-Attraktionen ebenfalls gelungen. Nach anfänglicher Distanz seit dem Umzugstag 8. September interessieren sich beide sehr füreinander, noch von Gittern getrennt. Knut hat sich einige Male mächtig vor ihr aufgeplustert und »Männchen gebaut«, während Gianna laut Ronny Henkel noch mehr die kalte Schulter zeigt. Die Pfleger glauben, dass es mit der Freundschaft der noch nicht geschlechtsreifen Eisbären in der kommenden Woche klappt. »Wenn nicht, hilft allerdings nicht einmal ein Feuerwehrschlauch«, berichtete Henkel.

Gianna zeigte sich den Zuschauern beim ersten Auftritt noch unruhig. Sie sprang immer wieder in das von Entengrütze tiefgrün gefärbte Wasser und schlug dort mit ihren Tatzen recht rabiat gegen die Sichtscheibe. Immer wieder suchte sie auch nach dem Ausgang, kehrte dann aber wieder zurück. »Sie riecht überall Knut«, sagte Bären-Chefbetreuer Heiner Klös. Um Knut müsse sich niemand Sorgen machen, versicherte Pfleger Henkel. Der Eisbär »freut sich, dass er nun mehr mit uns Pflegern zusammen sein kann«. Noch ein paar Tage ist Knut eben mehr auf Menschen fixiert.

www.zoo-berlin.de

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