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Risse, nur Risse

Clemens J. Setz: »Die Frequenzen«

  • Von Sabine Neubert
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Der Riss taucht das erste Mal auf Seite 102 im sechsten Lebensjahr des Jungen Alexander Kerfuchs auf, und – wir ahnen es – es ist weit mehr als ein Riss in der Kellerwand eines unschönen Beton-Einfamilien-Hauses aus den sechziger Jahren, das die Familie, bestehend aus drei Personen, Vater, Mutter, Kind, seit einigen Jahren bewohnt. Der Riss, für den Jungen »eine seltsame Fieberkurve«, geht immer weiter, bis über die Wände hinaus. Seit er aufgetaucht ist, benutzt der Vater seltsame Worte wie »Fundament, Tragfähigkeit und Naivität«, dann steigt er in seinen Overall und geht in den Keller. Jeden Tag. Seine Arbeit als Gymnasiallehrer gibt er auf – und taucht bald endgültig ab. An einem eiskalten Wintertag lässt er Frau und Sohn alleine in fremder Landschaft »im Regen« stehen, gibt Gas und verschwindet mit seinem Auto. Sein Sohn begegnet ihm erst viel später wieder – da ist er eine körperliche Ruine.

Der Riss ist als...


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