Potsdamer Wunderdinge

SPD-Ministerpräsident Platzeck will nach zehn Jahren Rot-Schwarz nun eine Regierung mit der Linkspartei aushandeln

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Die Hinweise, dass es in Brandenburg eine rot-rote Landesregierung geben könnte, hatten sich in den letzten Tagen immer mehr verdichtet. Trotzdem herrschte keine hundertprozentige Sicherheit, bis Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) am Montag bekannt gab, er werde seiner Partei empfehlen, mit der Linkspartei Koalitionsverhandlungen aufzunehmen.

Um die Mittagszeit herum erhielt Dietmar Bartsch eine SMS von der Brandenburger Linksfraktionschefin Kerstin Kaiser. Auf dem Display des Handys standen nur drei Buchstaben: »Top!« Auf diese Weise erfuhr der Bundesgeschäftsführer von der Entscheidung für Rot-Rot. Die LINKE stehe vor einer großen Herausforderung, reagierte Bartsch im Berliner Karl-Liebknecht-Haus auf diese Mitteilung. Man werde sich in Potsdam so wie auch der rot-rote Senat in der Bundeshauptstadt für Mindestlöhne und öffentliche Beschäftigung einsetzen.

Seit 1990 stellt die SPD in Brandenburg den Ministerpräsidenten. Nachdem sie 1999 ihre absolute Mehrheit verlor, ging sie eine Koalition mit der CDU ein, die bis jetzt gehalten hat. Von einer jähen Wendung kann man nicht sprechen. Schon lange vorher betonte Ministerpräsident Platzeck, dass nach der Landtagswahl am 27. September auch eine rot-rote Koalition in Frage komme. Trotzdem wirkt der jetzt angebahnte Wechsel wie e...

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