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Die Bürde der Zufriedenheit

Aus 35 mach 23: Mit dem heutigen Finnland-Match verschärft Joachim Löw den Konkurrenzkampf

  • Von Jirka Grahl, Hamburg
  • Lesedauer: 2 Min.

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Kann es überhaupt schöner sein? Vorzeitig für die WM qualifiziert, mit einer öffentlichen Trainingseinheit am Montag 25 000 Menschen beglückt, alle Zweifler eines Besseren belehrt? Sichtlich entspannt setzte sich der Fußball-Bundestrainer Joachim Löw gestern Mittag in Hamburg vor die Presse, goss sich einen Kaffee ein und erinnerte daran, wie leicht der Europa-Qualifikationsmodus aus einem Favoriten einen Zitterkandidaten machen kann. Wie nah der Abgrund ist, wenn nur der Gruppenerste die Endrundenteilnahme schafft: »Ich bin mir sicher, dass in der Relegation noch eine große Mannschaft ausscheiden wird.«

Portugal, Russland, Tschechien, Ukraine, Frankreich – einige Fußball-Großmächte müssen noch in die Knochenmühle der acht Gruppenzweiten; manch einer würde schon Jubellieder anstimmen, wenn wenigstens diese Entscheidungsrunde erreicht wäre. In der Führungsabteilung des DFB-Teams hingegen herrscht nach dem 1:0 in Moskau Lockerheit. Ausgiebig konnte die Endrundenteilnahme gefeiert werden, bis zum Montag war alle Anspannung tabu. »Ausfreuen«, sagt Joachim Löw dazu.

Damit aber niemand im Kader unter der Bürde der Zufriedenheit erlahmt, erklärte Löw das Ausfreuen gestern für beendet. Das letzte WM-Qualifikationsspiel gegen Finnland heute um 18 Uhr in der Hamburger Arena wolle er selbstverständlich gewinnen. 23 Spieler können mit nach Südafrika, gut 35 hoffen, 2010 dabei zu sein. Der Positionskampf ist ab heute in vollem Gange.

Ob sich überhaupt noch jemand erinnerte an den Machtkampf vor einem Jahr, den Kapitän Michael Ballack begann, weil Löw dessen alten Fahrensmann Torsten Frings ausgemustert hatte? Wohl kaum, so sicher und bestimmt, wie dieser Bundestrainer seine Pläne vortrug: Piotr Trochowski werde von Beginn an spielen, Andreas Beck auf rechts ebenso. Arne Friedrich darf innen verteidigen, René Adler bleibt im Tor, ganz klar. Jerome Boateng sei ein Mann, mit dem er die nächsten Jahre plane, in der Spitze werde Cacau »von Beginn weg« kommen. Und Frings? Löw zögerte nur einen winzigen Moment: An den Bremer habe er besondere Ansprüche, was die körperliche Fitness anbetrifft. Die solle Frings erst mal wieder zeigen.

Noch nie seit seinem Arbeitsantritt 2006 wirkte Joachim Löw so gefestigt wie in diesen Tagen. DFB-Präsident Theo Zwanziger will dringend seinen Vertrag verlängern, der 2010 ausläuft. Angeblich umwirbt auch der türkische Verband den 49-Jährigen heftig. Der ehrgeizige Trainer will jedoch noch keinen Gedanken an die Zeit nach der WM verschwenden. Wahrscheinlich, weil seine Pläne für den Spätsommer 2010 schon dick unterstrichen im Terminkalender stehen, in einem Wort: Ausfreuen!

Voraussichtliches DFB-Aufgebot :
Adler - Beck, Friedrich, Westermann, Lahm - Trochowski, Ballack, Hitzlsperger, Marin - Cacau, Gomez

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