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Deutschlands sibirische Atomkippe

27 300 Tonnen Nuklearmüll aus Nordrhein-Westfalen als »Wertstoff« in Russland endgelagert

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Westeuropa entsorgt seinen Atommüll auf vielerlei Art. Nicht selten illegal. Während Italiens Öffentlichkeit gerade erst erfuhr, dass man dort die Mafia beauftragt hatte, im Mittelmeer komplette Schiffe mit Atommüll zu versenken, stehen nun Frankreich und Deutschland in der Kritik. Sie verschieben einen Gutteil ihres Strahlenmülls nach Sibirien.

Uranhexafluorid (UF6) ist eine leicht flüchtige, äußerst giftige, radioaktive und korrosive Verbindung aus Uran und Fluor, die in der Uran-Anreicherung eingesetzt wird. Sie verlangt also in jedem Fall eine besonders sichere Lagerung. Zumal dieses Uranhexafluorid bei Feuchtigkeit heftig reagiert.

Mangels heimischer Endlager und vermutlich weil die Methode Zusatzprofit versprach, hat man aus der Urananreicherungsanlage des Urenco-Konzerns im westfälischen Gronau seit 1996 etwa 27 300 Tonnen abgereichertes Uran – sogenannte Tails – nach Russland transportiert. Allein in diesem Jahr wurden nach ND-Erkenntnissen zwei Ladungen gen Osten geschickt. Im März wurde ein Schiff in Rotterdam mit 1250 Tonnen Uranhexafluorid beladen und Richtung Sankt Petersburg geschickt. Eine weitere Lieferung ging am 26. August auf die Reise. Auf Eisenbahnwaggons umgeladen, fuhr man den Atomabfall 4000 Kilometer in Landesinnere.

In Sibirien soll die als ...


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