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Demo für den »Schwarzen Kanal«

Bündnis will Berliner Wagenplatz retten

  • Von Jörg Meyer, Berlin
  • Lesedauer: 2 Min.

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Mehrere hundert Menschen haben am Sonnabend in Berlin für den Erhalt des Wagenplatzes »Schwarzer Kanal« demonstriert. Die Demonstration sei insgesamt friedlich verlaufen, Festnahmen habe es keine gegeben, sagte ein Sprecher.

Die Zahlen schwanken. Nach Veranstalterangaben demonstrierten am Samstag 1500 Menschen vom Berliner S-Bahnhof Warschauer Brücke im Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain bis zur Köpenicker Straße in Mitte für den Wagenplatz »Schwarzer Kanal«. Die Polizei nennt anfangs 400 und später 600 Teilnehmer. Die Demonstration sei insgesamt friedlich verlaufen, Festnahmen habe es keine gegeben, sagte ein Sprecher gegenüber ND. Die schätzungsweise 150 eingesetzten Bereitschaftsbeamten hielten sich im Hintergrund.

International bekanntes Varieté

Zu der Demonstration hatte ein Vorbereitungsbündnis im Rahmen der »Queer & Rebel«-Wagentage aufgerufen, die dieser Tage in Berlin stattfinden. Auf dem Leittransparent des Demonstrationszuges stand zu lesen »Stoppt sinnlose Bauvorhaben! Rettet den Schwarzen Kanal!«

Der »Kanal« ist ein Wagenplatz an der Michaelkirchstraße im Bezirk Mitte auf dem rund 25 Frauen, Lesben und Transgender wohnen. Bundesweit und dann auch international bekannt wurde der Wagenplatz, der mit seinen 19 Jahren einer der ältesten in Berlin ist, durch sein regelmäßiges Varieté. In den Zwischenkundgebungen während der Demonstration ging es denn auch viel um Stadtumstrukturierungsprozesse in der Bundeshauptstadt, um die Vertreibung einkommensschwacher Schichten sowie um die Bedrohung linker Wohn- und Kulturprojekte in Berlin.

Leerstehendes Schulgelände besetzt

Weil der Baukonzern Hoch-Tief das Grundstück in der Michaelkirchstraße als Logistikgelände für den Bau eines neuen Bürogebäudes braucht, soll der »Schwarze Kanal« ab 31. Dezember das Gelände verlassen. Die Nutzungsverträge sind gekündigt und die Kündigungen wurden von mehreren Gerichten bestätigt. Um Druck aufzubauen, besetzten am vorigen Freitag Unterstützer ein leer stehendes Schulgelände im Bezirk Mitte. Sie erreichten damit, dass nun Gespräche mit dem Berliner Senat und Liegenschaftsfonds geführt werden, und wollen am Montag, während des ersten Gesprächs das besetzte Gelände wieder verlassen.

Ebenfalls gefährdet ist das seit seit dem Jahr 1990 bestehende Hausprojekt in der Berliner Liebigstraße 14, das nach jahrelangem Streit mit dem Eigentümer nun den letzten Mietvertrag vor Gericht zu verlieren droht.

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