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»Verbrannte Erde« um Saada

Regionale Mächte mischen offenbar im jemenitischen Bürgerkrieg mit

  • Von Karin Leukefeld
  • Lesedauer: 3 Min.

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In den Krieg zwischen Schiiten-Rebellen und Regierungstruppen in Jemen droht nun auch Saudi-Arabien hineingezogen zu werden. Die Anhänger von Rebellenführer Abdulmalik al-Houthi erklärten am Montag, das Nachbarland habe der jemenitischen Armee gestattet, von saudischem Staatsgebiet aus anzugreifen.

Der blutige Krieg in der Provinz Saada im Nordwesten Jemens scheint sich zu einem regionalen Schlagabtausch zwischen den konkurrierenden Großmächten Iran und Saudi-Arabien zu entwickeln. Die Houthi-Rebellen, die seit Beginn der Armeeoffensive »Verbrannte Erde« am 11. August den jemenitischen Truppen Widerstand leisten, haben Saudi-Arabien jetzt erneut vorgeworfen, die Regierungsarmee militärisch zu unterstützen. Man habe den Streitkräften erlaubt, den Stützpunkt Jabal al-Dukhan zu besetzen, der jenseits der Grenze in Saudi-Arabien liegt, hieß es in einer Stellungnahme der Houthi, die bei der Nachrichtenagentur AFP einging. Von dort bombardiere die jemenitische Armee Stellungen der Rebellen nahe der Grenze.

»Wir raten dem saudischen Regime, sich herauszuhalten und nicht die jemenitische Armee zu unterstützen, sonst sehen wir uns gezwungen zurückzuschlagen.« Die Einmischung Saudi-Arabiens stelle eine »schamlose Aggression und gefährliche Einmischung« dar, heißt es in der Stellungnahme, deren Inhalt von der jemenitischen Regierung umgehend zurückgewiesen wurde. Das sei eine »reine Erfindung«, die die Rebellen ständig wiederholten, hieß es gegenüber AFP.

Jemen beschuldigt seinerseits Iran, die Houthi mit Waffen zu unterstützen. Vor einigen Tagen sei ein Schiff mit fünf Iranern an Bord aufgebracht worden, das versucht habe, über das Rote Meer Waffen nach Jemen zu den Rebellen zu schmuggeln, erklärte Regierungssprecher Hassan Ahmed al-Lowzi. Er beschuldigte auch den iranischen Sender Al-Alam, sich mit seinen Berichten in jemenitische Angelegenheiten einzumischen.

Teheran, das den Houthi-Rebellen gegenüber Sympathie zeigt und die Regierung in Sanaa mehrfach aufgefordert hat, die Offensive einzustellen, wies den Vorwurf der Waffenlieferungen an die Rebellen als »falsch, grundlos und erfunden« zurück. Das beschlagnahmte Schiff sei von dem Golfemirat Sharjah auf dem Weg ins Mittelmeer gewesen. Die jemenitische Darstellung besagt, man habe Waffen beschlagnahmt.

In der Region arbeitende Journalisten halten es zwar für möglich, dass aus Iran Waffen geliefert werden, doch liege die Stärke der Rebellen vielmehr darin, dass sie in der Gebirgsregion ortskundig und damit den jemenitischen Truppen überlegen sind. Viele Waffen stammten zudem von der Armee, was auf dem wenigen verfügbaren Bildmaterial durchaus zu sehen ist.

Zudem floriert der lokale Waffenhandel, die Preise für Waffen haben sich aufgrund des Krieges verdreifacht, heißt es in einem Bericht der »Yemen Times«. Die größten Händler und Abnehmer seien Stämme, die sich schon vor Beginn des Krieges mit Waffen versorgt hätten. Gleichzeitig fördere die Regierung den Handel, um Stämme zu bewaffnen, die die Armee gegen die Houthi-Rebellen unterstützen sollen. Inoffizielle Schätzungen gehen von 50 bis 60 Millionen Handfeuerwaffen in Jemen aus, womit es nach den USA das Land mit den meisten Kleinwaffen weltweit wäre.

Hintergrund des Krieges zwischen den Houthi-Rebellen und der Regierung ist ein Streit um mehr religiöse Eigenständigkeit. Die Houthi, die religiös den Zaiditen zuzurechnen sind, einer nur in Jemen vorkommenden Strömung des schiitischen Islam, unterstanden bis Anfang der 60er Jahre einem eigenen Imamat.

ND-Karte: Wolfgang Wegener

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