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Der Gegner ist anders

Rechtsradikale beim Fußball: Hetze, Gewalt und Unterwanderung von Vereinen

  • Von Markus Drescher
  • Lesedauer: 2 Min.

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»Jude« und »Zigeuner« sind für sie Schimpfworte (Foto: dpa), schwarze Spieler wünschen sie zurück »in den Busch«. Migranten- und jüdische Vereine wie Türkiyemspor oder Makkabi Berlin haben für sie nichts im deutschen Fußball verloren. Fangruppen und -initiativen, die sich unter anderem explizit als antirassistisch verstehen wie die Anhänger vom FC St. Pauli, von TeBe Berlin, Babelsberg 03 oder Roter Stern Leipzig, sind für sie Ziel nicht nur verbaler Attacken, sondern auch körperlicher Gewalt: Nazis beim Fußball.

Eine saubere Trennlinie zu ziehen zwischen offenem Neonazismus und Alltagsrassismus, -antisemitismus und -homophobie, die wie in der Gesamtgesellschaft auch in Stadien und auf Fußballplätzen fast überall und an jedem Spieltag anzutreffen sind, fällt dabei schwer. Vor allem weil sich auch Personen an Schmährufen und Gewalttaten beteiligen, die nicht fest in rechtsradikalen Strukturen organisiert sind. Ebenso gibt es oftmals personelle Überschneidungen zwischen der rechtsradikalen Szene und Hooligangruppen.

Anders als in den oberen Spielklassen, wo viele Klubs mit Fanprojekten, Stadionverboten und dementsprechenden Satzungen – mit unterschiedlichem Erfolg – versuchen, Nazis aus Verein und Stadion fernzuhalten, fällt dies in den unteren Spielklassen ungleich schwerer. Schon seit längerem verlagern rechte »Fußballfans« deshalb ihre Aktionen dorthin, wo Polizeipräsenz, Sicherheitsvorkehrungen und mediale Aufmerksamkeit geringer bis gar nicht vorhanden sind. Jüngstes Beispiel, das es in die Medien geschafft hat, ist der Überfall einer Gruppe von 40 bis 50 mit Holzlatten und Eisenstangen bewaffneten Nazis auf Fans von Roter Stern Leipzig während der Bezirksliga-Partie gegen den FSV Brandis.

Seit Jahren versuchen Nazis aber auch, verstärkt in kleinen Sportvereinen selbst für ihre Sache zu werben: als Spieler, Trainer oder in leitender Position. Oder sie gründen gleich eigene Vereine für »national Gesinnte« wie den SV Vorwärts Erfurt. Auf der Homepage des Vereins ist der Bericht über ein Fußballturnier zu lesen, das vom rechtsextremen Bündnis Zukunft Hildburghausen veranstaltet wurde – inklusive eines Infostandes der DVU.

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