Sozial ist gut fürs Image

Gewerkschafter diskutieren über Verantwortung von Weltkonzernen

  • Von Hans-Gerd Öfinger, Frankfurt am Main
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Über praktische Erfahrungen mit Unternehmensmitbestimmung und gesellschaftlicher Verantwortung von Weltkonzernen (Corporate Social Responsibility, CSR) diskutierten in Frankfurt am Main zwei Tage lang Gewerkschafter, Betriebsräte, Arbeitnehmervertreter in Aufsichtsräten und Wissenschaftler. Eingeladen hatte die DGB-nahe Hans-Böckler-Stiftung.

Während viele Gewerkschafter die CSR für einen teuren PR-Gag von Konzernen halten, sehen andere in entsprechenden Erklärungen ein öffentliches Druckmittel, zumal viele Firmen ihr Image nicht gefährden wollten. In Krisenzeiten sterbe der soziale, verantwortungsvolle Managertypus aus, erklärte IG-Metall-Mitbestimmungsexperte Thomas Otto. Arbeitnehmervertreter erlebten den Widerspruch zwischen Dumpingbedingungen und Außendarstellung der Konzerne. CSR könne zur Verbesserung nationaler und internationaler Arbeitsbedingungen beitragen, aber nur, wenn die Sozialpartner auf Augenhöhe verhandelten und Regeln einklagbar seien.

Auf die Kluft zwischen den CSR-Ansprüchen des Hotelkonzerns Hilton und der Wirklichkeit wies der Mainzer Hilton-Betriebsrat Manfred Monje hin. So bestimme der Konzernvorstand in den USA ohne Betriebsräte und Gewerkschaften, was CSR sei. Von den Hilton-Führungskräften seien nur fünf Prozent Frauen. Es sei ein Glaubwürdigkei...


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